Förster Grünrock erzählt: Von bunten Blättern

Förster Grünrock ist wieder mit den Kindern aus Waldesruh unterwegs. Langsam zieht der Herbst in das Land. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und insgesamt wird es kühler und nasser. Zwar gibt es noch einige sonnige Tage, doch auch die Sonne lässt sich immer seltener sehen.

Die Kinder sammeln für den Zeichenunterricht viele bunte Blätter. Doch warum werden die grünen Blätter plötzlich bunt? Diese Frage stellen die Kinder dem Förster.

„Das ist, weil die Tage kürzer werden“ ruft etwas vorlaut der Forschtrat Tobi dazwischen. „Und warum werden dann die Nadelbäume nicht bunt?“ will sofort Susi wissen.

Bevor sich nun ein Streit unter den Kinder entwickelt, versammelt der Förster die Kinder um sich herum. Er hält in der Hand einen Zweig von einer Fichte und ein Blatt der Eiche. Und Förster Grünrock erzählt: „Schaut euch das Eichenblatt an. Die Eiche ist ein Laubbaum. Diese Blätter sind ganz dünn. Durch die Blätter verdunstet der Baum regelmässig Wasser und dieses muss er natürlich über seine Wurzeln aus der Erde wieder aufnehmen. Gerade im Winter, wenn der Boden gefroren ist, kann der Baum aber kein Wasser aufnehmen. Hier die Fichte, ein Nadelbaum. Die Nadeln sind die Blätter dieser Bäume. Sie haben eine ganz feste Haut und sind zudem noch mit einer Wachsschicht überzogen. Das verhindert das ganze Jahr hindurch, das über die Blattoberfläche zuviel Wasser verdunstet. Würde ein Laubbaum seine Blätter im Winter behalten, würde er zwangsläufig verdursten. Also verschliesst ein Laubbaum im herbst die Blattadern an den Blattstielen und das Blatt trocknet aus und fällt schliesslich vom Baum ab.“

„Aber wieso werden die Blätter dann bunt?“, will Susi natürlich sofort wissen. Der Förster fährt fort: „Bevor der Baum seine Adern verschliesst, zieht er das lebensnotwendige Blattgrün, das Chlorophyll, aus den Blättern in sein Holz zurück. In den Blätter bleiben dann nur die anderen Farbstoffe, wie das Gelb der Ahorne oder das Rot der Roteichen. Und diese lassen den Wald dann bunt aussehen.“

Voller Staunen lauschen die Kinder der Erzählung des Försters. Und er kann viel erzählen – doch die zwei Unterrichtsstunden sind nun um. Die Zeichenlehrerin mahnt die Kinder zu Eile, schliesslich gibt es auch noch anderen Unterricht am heutigen Schultag. „Nun haben wir keinen Zeichenunterricht gemacht, aber dafür Biologie.“ lacht sie den Förster an.

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