Förster Grünrock erzählt: Vom Zählen der Wildgänse

Auch heute steht wieder das Zählen der Wildgänse im Nationalpark an. Wie schon gestern hat Förster Grünrock wieder einen fleißigen Helfer dabei, Forschtrat Tobi.

Der Förster biegt gerade am Nationalparkhaus um die Ecke und wird bereits ungeduldig vom Forschtrat erwartet: „Ich habe bereits angefangen, die ersten Gänse sind über den Hirschkopf geflogen und ich habe schnell versucht für jede Gans einen Strich zu machen.“

Förster Grünrock lacht: „Diese Mühen hat man sich früher gemacht, heute geht das einfacher und moderner. Schau hier!“ – der Förster holt einen Laptop mit Kamera heraus – „Wenn jetzt ein Gänseschwarm über uns hinwegfliegt, machen wir ein Foto und eine Software zählt automatisch die einzelnen Vögel. So können wir der Nationalparkverwaltung viel genauere Informationen geben.“

Tobi bekommt rote Ohren: „Das ist echt einfach!“ staunt er. Der Förster erzählt weiter: „Natürlich kann man mit diesem Programm auch andere Vögel zählen, nicht nur Gänse.“

„Warum zählen wir eigentlich die Gänse, die kommen hier doch gar nicht vor?“ möchte der Forschtrat wissen. Förster Grünrock wäre nicht Förster Grünrock, wenn er selbst diese Frage nicht ausführlich beantworten würde,

„Es stimmt, die Gänse kommen hier im Nationalpark nicht vor. Jedoch gibt es unweit der Kreisstadt ja diesen großen Stausee. Dort wart ihr bestimmt schon einmal zum Baden. Der Nationalpark ist in einem großen Forschungsprojekt mit eingebunden. Waldesruh liegt an einer belebten Zugroute für Vögel und der große Stausee wird von vielen Enten und Gänsen als Rastplatz genutzt. 

Wir hier oben auf dem Hirschkopf sollen nun alle Gänse zählen, welche aus Richtung Waldesruh, also aus der westlichen Himmelsrichtung zum Stausee fliegen. Aus unseren Zahlen und denen der anderen Beobachter berechnen dann die Naturschützer Daten zur Größe der Gänsegruppen. Damit kann unter anderem notwendiger Schutzraum für die Vögel ausgewiesen werden. Denn für ihre Reise brauchen die Gänse viele Fettreserven und die Nahrung dafür können sie auf den Feldern rund um den Stausee finden. Nur die Bauern mögen die Gänse nicht, weil die das ganze Saatgut wegfressen.“

„Dann will Bauer Raffke bestimmt die Gänse alle abschiessen?“ fällt der Forschtrat dem Förster ins Wort. Dieser fährt fort: „Damit Bauer Raffke und alle anderen das aber nicht machen brauchen, zahlt das Land entsprechende Entschädigungen an die Bauern. Und dazu brauchen wir auch die Zahlen.“

Der Förster und der Forschtrat werden wieder von Geschnatter aus der Luft unterbrochen. Eine Gänsegruppe nach der anderen zieht über den Hirschkopf hinweg. Alles in alle 2548 Gänse werden die beiden nach den zwei Stunden am heutigen Morgen gezählt haben.

Und Forschtrat Tobi weiß natürlich, das eine Gans nicht gleich eine Gans ist. Er hat gestern nämlich schon vom Förster gelernt, daß hier überwiegend Grau- und Blessgänse ziehen. Besonders stolz ist Tobi darauf, daß er auch drei Kranichschwärme entdeckt hat. Auch diese haben die beiden mit der Kamera aufgenommen.

Übermorgen in der Biologiestunde wird der Forschtrat einen Vortrag über den Gänsezug halten. Und auch die Bilder von Förster Grünrock darf er mit dazu verwenden.

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