Nicht erst seit den panischen Meldungen über EHEC frage ich mich, was man noch essen kann, wo man einkaufen sollte und wie ich mit meinem Geld dafür auskomme.

Nicht, dass ich jemand bin, der nur Bioproduke kauft oder sein Geld im Reformhaus lässt. Jedoch lässt mich allein der Gedanke daran, wie einzelne Lebensmittel produziert werden, zweifeln, ob man diese dann noch mit Freude konsumieren kann.

Seit dem Jahr 2000 schreibe ich mir alle meine Ausgaben (und auch die Einnahmen) in eine selbst gebastelte Exceltabelle – meinem Haushaltsbuch auf. Woher sollte ich sonst wissen, wo mein Geld ab bleibt bzw. wofür ich dieses ausgebe. Über die Jahre gesehen entwickelte sich bei mir ein Überblick über meine Ausgaben und ich begann mir einzelne Budgets anzulegen. Diese Budgets helfen mir dabei mit meinem Geld, welches ich habe, auszukommen und nicht gezwungenermassen einen Dispokredit in Anspruch nehmen zu müssen.

Meine Budgets setzen mir einen Rahmen für meine Einkaufsentscheidungen – überziehe ich eines davon muss ich ein anderes beschneiden – sonst fehlt mir am Monatsende Geld. Alles was übrigbleibt, wird auf ein extra Tagesgeldkonto überwiesen und wächst so zu einem Polster heran, auf welches ich in Notzeiten zugreifen kann.

Dabei lebe ich alles andere als sparsam geizig. Ich kaufe nur zielstrebig ein. Dafür stelle ich mir (schon rein gewohnheitsmässig) einige Fragen:

Was benötige ich, bzw worauf habe ich Lust? Das Ergebnis ist dann der klassische Einkaufszettel nach dem ich mich richte. So kaufe ich weniger unnötige Sachen ein, die ich nicht brauche und die dann evtl. sonst weggeworfen würden.

Wo kaufe ich ein? – In der Nähe unserer Wohnung befinden sich die Pappelstrasse und der Delmemarkt. Hier haben sich einige Läden angesiedelt, welche einen sehr guten Querschnitt an Waren aller Art anbieten. Da gibt es neben bekannten Supermärkten auch Fachgeschäfte und auf dem Delmemarkt findet jeden Tag Wochenmarkt und Freitag nachmittags ein Biomarkt statt. Für den Grundbedarf befürworte ich die Supermärkte und für frische Ware den Markt (hier insbesondere den mobilen Schlachter), für besondere Sachen (mal einen besonderen Wein, Fisch oder Käse) die Fachgeschäfte. Eine weitere Entscheidung, wo ich einkaufe ist die Frage nach dem Image des Ladens. In unserer Gegend habe ich zum Beispiel die Wahl zwischen der Drogeriekette Rossmann und Schlecker. Da die S-kette einen eher zweifelhaften Ruf im Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten hat (das hört und  liest man ja überall in der Presse) entscheide ich mich bewusst für den Rossmann. Preislich sind diese Ketten gleichwertig, aber der Faktor Preis wäre mir in solchen klaren Fällen das untergeordnete Faktum.

Was kaufe ich ein? In erster Linie das, was ich benötige. Hierbei schaue ich aber darauf wie und wo es produziert wurde. Ich bevorzuge hier saisonale Ware die in der Region produziert wird. Ich kaufe und brauche keine Äpfel aus Neuseeland oder Südafrika, wenn ich gleich daneben deutsche Äpfel bekommen kann! So reduziere ich bewusst beim Einkaufen den Kohlendioxidausstoss, welcher unweigerlich beim Transport der Ware entsteht. Weiterhin schaue ich auf die Produktionsweise – lieber kaufe ich Hühnereier von glücklichen freilebenden Tieren als die Eier aus der (aus der früheren Käfighaltung umbenannten) Kleingruppenhaltung.

Gerade in der aktuellen EHEC-Hysterie vermeide ich Lebensmittel, die von allen „angegrapscht“ werden – soll heissen, die von der Produktion bis zum Handel mehrere Hände durchlaufen. Meiner Meinung nach beruht die Kontaminierung mit den EHEC-bakterien aus der Nichteinhaltung von Hygienerichtlinien während des Transport, Lagerung und Verkauf. Wieso wird eigentlich Obst und Gemüse in Deutschland so angeboten, dass jeder an die Teile mit blossen Händen herumfummeln kann? Das ist ein Unding – in Italien bekommt man bei solch einem Vorgehen nicht nur böse Blicke vom Verkaufspersonal und auch von anderen Kunden, sondern auch deutliche Worte zu diesem Fehlverhalten. Dort wird man dazu angehalten, die an den Obst- und Gemüsetheken bereitliegenden Folienhandschuhe zu benutzen!