Eine stürmische Nacht in Waldesruh

Auch die vergangene Nacht war eine stürmische Nacht in Waldesruh. Das Wetter der letzten Tage spielte anscheinend verrückt.

Erst am Anfang des Monats der verfrühte Wintereinbruch mit Schneefall. Dann die folgenden grauen und bewölkten Tage mit zuviel Regen. Nun kam auch noch der Sturm hinzu. Doch die Waldesruher und ihre Gäste ließen sich trotz des schlechten Wetters nicht abhalten.  Sie feierten entspannt die erste Woche von Weihnachten in Waldesruh.

Eine stürmische Nacht kündigt sich an

Gestern Abend bereits kündigte sich der heraufziehende Sturm durch einige starke Windböen an.  Vorsorglich ließ Egon Schulze alle losen und gefährlichen Gegenstände sichern oder wegräumen. Schließlich sollte niemand durch herumfliegende Weihnachtsbäume geschädigt werden. Es sollte wohl eine stürmische Nacht werden.

Der Weihnachtsmarkt und alle Buden und Büdchen schlossen bereits eine Stunde früher. Die Gemeindearbeiter um Bertram Baumeister kontrollierten die Sicherungsmaßnahmen und halfen natürlich mit, wo sie konnten.

Gäste und Urlauber genossen dennoch ungetrübt in ihren Unterkünften, bei ihren Gastgebern, im Rathaus oder einen der vielen anderen öffentlichen Gebäuden in Waldesruh in vorweihnachtlicher Freude Weihnachten in Waldesruh

Der Sturm beginnt

Spät am Abend, fast schon um Mitternacht, wurde der Wind stürmischer und die Böen heftiger. Die Weihnachtsfichte auf dem Rathausplatz schwankte bedenklich, hielt jedoch dem Sturm stand. Der Wind wuchs zum Sturm an und rüttelte an den Häusern.

Die Sturmböen versuchten durch die kleinsten Ritzen in die Häuser und unter die Dächer zu gelangen. Mit heiserem Heulen pfiffen sie immer wieder durch die Gassen auf der Suche nach einem Angriffsziel. Doch die Häuser, die Buden und die Büdchen und auch die Weihnachtsfichte hielten stand.

Die paar Urlauber, die sich diese stürmische Nacht noch in den Gassen aufhielten, beeilten sich in ihre sichere Unterkunft zu gelangen. Hart kämpften sie gegen den Sturm an und gelangten schließlich in ihre Zimmer.

Immer weiter pfiff der Sturm durch die Gassen, rüttelte an den Dächern und Fensterläden. Er versuchte die Weihnachtskugeln von der Weihnachtsfichte auf dem Rathausplatz zu pusten. Erfolglos wandte sich der Sturm jedoch ab und machte sich auf den Weg in den Wald, um hier seine Wut auszulassen.

Im Wald knackte und rauschte es. Eicheln und Kastanien polterten von den Bäumen und manchmal polterte und knackte es lauter. Dann war wieder ein Ast von einem Baum gefallen. Die Tiere und die Vögel des Waldes hatten sich aber gut versteckt. Sie wussten, daß man während einer stürmische Nacht nicht draußen sein sollte.

Förster Grünrock hat keine Angst

Förster Grünrock schaute durch seine Fenster hinein in den Wald. Nicht etwa, weil er Angst hatte. Nein, er genoß diese Momente, in denen die Natur ganz Natur sein konnte. Auch er hört das Knacken, Rauschen, Krachen und Poltern.

Er versuchte den Mond zu sehen, doch der Sturm pustete die Wolken so schnell vorbei, als liefen sie gegeneinander ein Wettrennen. Nur manchmal konnte der Förster durch einen wolkenfreien Spalt das Licht des Mondes erblicken. Einmal schien es ihm, als sei der Mond heller als sonst.

In diesem Moment rauschte, heulte, krachte und knallte es in direkter Nähe des Forsthauses. Jagdhund Bodo hatte sich bereits in die hinterste Ecke unter dem Sofa versteckt. Sogar Förster Grünrock erschrak über das laute Geräusch. Sollte ein Baum auf das Dach des Forsthauses gefallen sein? Schnell rannte er in das Obergeschoß und schaute nach. Nein, hier war alles in Ordnung!

Der Sturm musste wohl einen Baum ganz in der Nähe des Forsthauses umgeworfen haben, dachte der Förster. Jetzt konnte er aber nicht hinaus in den Wald. Also würde er solange warten müssen, bis sich der Sturm gelegt hatte. Beruhigt ging der Förster ins Bett und schlief auch bald ein.

Zum Ende der Nacht legte sich auch der Sturm. Als es langsam hell wurde, schaute sogar die Sonne durch das Fenster mitten hinein in das Gesicht des noch schlafenden Förster Grünrocks.

Fortsetzung folgt …

Edgar Ente ist ein Kind aus Waldesruh. Er interessiert sich sehr für die Natur und die Entwicklung seiner Heimat. Als Reporter hat er großen Anteil daran, dass der Ort Waldesruh quasi von der Öffentlichkeit „wieder entdeckt“ wurde und berichtet vornehmlich vom Leben aus diesem Ort.

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