Eine öffentliche Toilette für Waldesruh

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In einer 2013 in Waldesruh durchgeführten Umfrage unter den Urlaubern stellte man fest, dass eine öffentliche Toilette für Waldesruh fehlt. Es waren nicht nur zu wenig Örtchen im Ort. gab zu diesem Zeitunkt gab es nicht eine öffentliche Toilette für Waldesruh.

Eine öffentliche Toilette für Waldesruh

Umfrage unter Urlaubern ergab: Es fehlen öffentliche Toiletten!

In dieser Umfrage wünschten sich die Urlauber mehr öffentliche Toiletten. Zur Bedürfnissbefriedigung benutzen die Urlauber die Toilette im Landgasthaus vom Bärenwirt oder den Wald. Diese Lösung kann jedoch nicht von Dauer sein. Also hat Egon Schulze erst einmal ein Toilettenhäuschen für den Ort bestellt. Übergangsweise wird die Toilette im historischen Rathaus für die Besucher unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Nachdem das Ergebnis der Umfrage bekannt war, bestellte Egon Schulze sofort ein Toilettenhäuschen für den Ort. Zuvor hatte er sich von einem Architekten aus der Kreisstadt beraten lassen. Dieser riet ihm zu einem Designertoilettenhäuschen, welches die Waldesruher Ideale mit der neuen zukünftigen Zeit verbinden sollte. Als Kostenpunkt waren 50.000 Euro angesetzt – nach dem heute gültigen Waldesruher Taler entspricht dies 50.000 WT.

Eine öffentliche Toilette für Waldesruh

Endlich wurde eine öffentliche Toilette für Waldesruh geliefert

Jetzt, nach einem Jahr, wurde endlich das lang ersehnte Designerklo geliefert. Fräulein Krause freute sich schon, sollte doch nun das immer fort währende Wechseln der Toilettenpapierrollen im Rathaus endgültig der Vergangenheit angehören.

Als die Gemeindearbeiter den Karton vom Bahnhof abholten, feixten sie schon vor sich hin. Sie ahnten wohl, was da jetzt kommt. Und als die Toilette endlich vollständig ausgepackt war, entgleisten selbst dem gut gelaunten Fräulein Krause alle Gesichtszüge. Ein Plumpsklo für 50.000 Euro? Und das nach einem Jahr Wartezeit? Dies hätten die Gemeindearbeiter aber schneller und kostengünstiger selbst herstellen können.

Das war wohl ein Tiefschlag ins Kontor! Selbst Egon Schulze ärgerte sich jetzt. Nun hat Waldesruh eine überteuerte Designertoilette. Aber Egon fasste sich gleich wieder: „Wir werden das Häuschen golden anstreichen und als Mahnung für uns aufstellen. Die Waldesruher sollen über einen Standort abstimmen. Das Häuschen selber können wir gut als Vorlage für weitere Designertoiletten verwenden.“ Und Fräulein Krause fügte hinzu, dass die Waldesruher doch aus dieser Toilette die nächste Touristenattraktion des Ortes machen können.

Eine öffentliche Toilette für Waldesruh

Stellungnahme des Ortschaftsrates zum Sachverhalt der öffentlichen Toilette in Waldesruh

Die Vorgänge um die Lieferung der ersten öffentlichen Toilette in Waldesruh rufen in der Öffentlichkeit immense Diskussionen hervor. Aus diesem Grund möchte der Ortschaftsrat hiermit Stellung zum Sachverhalt nehmen.

„Aufgrund der vielen schriftlichen und auch persönlichen Anfragen zur neuen Toilette in Waldesruh möchten wir hiermit Stellung beziehen. Sicherlich ist es für uns als Gemeinde ohne weiteres möglich, das gesetzliches Widerrufsrecht zu nutzen. Jedoch ist dann eine Lösung der Problematik nur endgültig durch ein Gerichtsverfahren zu entscheiden, bei dem der Ausgang noch offen ist. Im schlimmsten Fall müssen wir dann als Gemeinde mit weiteren finanziellen Belastungen rechnen.

Uns ist bewusst, dass wir für diese Aktion verantwortlich sind und niemand anderes. Wir haben die Toilette bestellt ohne uns vorher die Entwürfe genauer anzusehen. Wir sind einfach davon ausgegangen, dass wir eine normale Toilette wie in anderen Orten auch üblich bekommen werden.

Sicher tut es uns um das Geld leid. Aber wenn wir jetzt alles wieder rückgängig machen, lernen unsere Kinder und nachfolgenden Generationen gar nicht, was Verantwortung heisst.

Heutzutage wird es allen viel zu leicht gemacht, ihre Fehler auf andere abzuschieben. Wir alle müssen eben besser aufpassen, damit uns so etwas nicht noch einmal passiert. Deshalb gibt es ja auch den Ortschaftsrat, damit nicht eine Person allein Entscheidungen treffen muss.

Das ausgegebene Geld müssen wir eben an anderer Stelle nun wieder einnehmen. Sicher ist aber, dass wir das Geld nicht an den Einwohnern, Urlaubern oder der Entwicklung unseres beschaulichen Örtchens einsparen werden.

Wir werden das Toilettenhäuschen behalten und es als Mahnmal für kommende Generationen bewahren. Es soll uns allen eine Mahnung sein, dass wir nicht das von uns und unseren Vorfahren hart erarbeitete Geld durch schnelle und oberflächliche Entscheidungen verjubeln.

Als Standort des goldenen Toilettenhäuschens schlagen wir einen Platz vor dem Rathaus vor, damit die Entscheidungsträger täglich an ihre Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit erinnert werden.

Wir bedauern diese Entwicklung zutiefst und entschuldigen uns hiermit bei allen Waldesruhern.“

Egon Schulze, Vorsitzender des Ortschaftsrates