Die Tiere des VEB Plaho – Hersteller dieser Figuren – VEB Plast- und Holzspielwaren (PLAHO) Steinach 1974 – 1992

Die Tiere des VEB Plaho – Hersteller dieser Figuren – VEB Plast- und Holzspielwaren (PLAHO) Steinach 1974 – 1992 : dieser Beitrag ist die Fortsetzung des Beitrages Die Tiere des VEB Plaho – Hersteller dieser Figuren – VEB MAROLIN-Plastic 1972 – 1974

Der VEB PLAHO ging Ende der 50er-Jahre aus dem einstigen Steinacher Spielwarenbetrieb Herpat hervor.

Als die Eigentümer einzelner Spielwarenbetriebe aus der DDR in den Westen gingen, wurden diese Betriebe enteignet und die DDR-Partei- und Staatsführung nutzte die Chance die neuen Produktionsverhältnisse in Form von staatlichen Betrieben durchzusetzen.

Mit Einführung der sozialistischen Planwirtschaft wurden die am Anfang teilweise noch oder wieder bestehenden privaten Betriebe verstaatlicht und zu VEBs (VolksEigene Betriebe) umbenannt und mit der großen Verstaatlichungswelle 1972 kamen nahezu alle Steinacher Spielwarenhersteller zwangsweise zu PLAHO, der VEB MAROLIN-Plastic wurde 1974 angegliedert. Die Herstellung von Krippenfiguren geriet mehr und mehr in den Hintergrund, die Produktion wurde auf Kunststoff umgestellt.

Pappkopfleiste einer OVP des VEB PLAHO BT 8Die ehemalige Firma Mahr ging vorerst als Betriebsteil (BT) 8 im VEB PLAHO auf, später wurde auf die Bezeichnung BT 8 verzichtet. Die alten Eigentümer Herr Walter Greiner und Herr Karlheinz Luthardt verblieben als angestellte Betriebsleiter im nun staatlichen Unternehmen.

Schon Ende der 50er-Jahre bildete man die VVB Spielwaren (Vereinigung volkseigener Betriebe Spielwaren). Deren Aufgabe war die zentrale Planung und Lenkung der Spielwarenentwicklung und –fertigung. Die DDR-Spielzeugindustrie sollte weltmarktfähiger werden. Dies wollte man u.a. durch die Anwendung von modernen Werkstoffen wie Plastik und die Weiterentwicklung von mechanischen Spielzeugen erreichen. Der Name PLAHO, hergeleitet von Plast- und Holzspielzeug lässt schon erkennen, dass es auch zunehmend bei der Spielwarenfertigung um das neue Material Plastik ging.

APappkopfleiste einer OVP des VEB PLAHOnfang der 80er-Jahre verstaatlichte man die Spielzeugindustrie noch weiter, die Leitung war nun noch zentraler. Dies hatte natürlich auch Einfluss auf die Größe der Produktpalette und den Fertigungsprozess.

Das Kombinat Spielwaren Sonneberg wurde 1981 gegründet. Mit Stand 1.1.1981 gehörten ihm folgende 20 Betriebe an: VEB SONNI Sonneberg (Stammbetrieb), VEB Piko Sonneberg, VEB Spielzeugland Mengersgereuth-Hämmern, VEB Plüti Sonneberg, VEB Anker-Mechanik Eisfeld, VEB Spielzeug-Elektrik Meiningen, VEB PLAHO Steinach, VEB Spielwaren Großbreitenbach, VEB biggi Waltershausen, VEB Spielwaren-Mechanik Pfaffschwende, VEB Plasticart Annaberg-Buchholz, VEB Vero Olbernhau, VEB Mechanische Spielwaren Brandenburg, VEB Spielwaren Kamenz, VEB Prefo Dresden, VEB Puppenfabrik Königsee, VEB Kleinpuppen Lichte, VEB Institut für Spielzeug Sonneberg.

Zehn Betriebe waren im Bezirk Suhl angesiedelt. Rund 24.000 Werktätige, davon 2/3 Frauen, produzierten Spielwaren in allen Erzeugnisgruppen, welche es auf der Welt gab. Ca. 35.000 verschiedene Erzeugnisse umfasste das Sortiment und dieses erneuerte sich jährlich um rund 40%. Neben der Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Spielwaren wurden etwa 44% der Gesamtproduktion in 37 Länder auf allen Kontinenten geliefert. Neben der Staatsplanposition Spielwaren waren 18 weitere Staatsplanpositionen zu erfüllen, die als Zulieferungen, z.B. Motore, Verschlüsse für Gläser und Flaschen, Kartonagen usw., für andere Betriebe gebraucht wurden.

Die verstaatlichten Betriebe mussten sämtliche Gewinne an den Staat abführen, notwendige Investitionen wurden dann als „Kredite“ wiederum von den staatlichen Organen an die jeweiligen Firmen zugeteilt. Aufgrund der staatlichen Orientierung und des jeweiligen Ermessens unterblieb diese Kreditvergabe oftmals und erforderliche Reparaturen oder gar Modernisierungen mussten unterbleiben.

Nach der politischen Wende in der DDR versuchte man sich den Bedingungen der Marktwirtschaft zu stellen. Einige einstmals selbstständige Betriebe wurden wieder ausgegliedert und reprivatisiert wie die OGAS Schiffsmodelle und die MAROLIN®  Krippenfiguren.

Heute erinnert an den Namen PLAHO neben dem noch sehr verbreiteten und teilweise wieder aufgelegten Spielwaren nur noch die Firma Frör PLAHO Spielwaren GmbH in Steinach. Wie vom dortigen Vertriebsleiter Herrn Rainer Sesselmann zu erfahren ist, zählt diese Firma noch zu „einen der letzten größeren Spielzeughersteller, die in Deutschland produzieren“.

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