Die Schuld hat der Mensch und nicht die Elster!

Wer kennt nicht den taubengrossen schwarz-weissen Vogel mit seinem charakteristischem Schäkern. Wir haben selbst in unseren Hausgärten hier zwei Elsternpaare.  Vielfach werden Elstern als Nesträuber und Singvögelvernichter angesehen – ist es aber wirklich so? Ich selbst habe derlei Jagdaktionen sowohl im Garten, als auch im Wald schon beobachten können – aber so krass es klingt – es ist der Lauf der Natur!

Zweifelsohne gesehen besteht die Nahrung von Elstern zu 60-80% aus tierischen Stoffen – neben Käfern, Spinnen und anderen Insekten eben auch Mäusen, Vogeleiern, Singvögel – ja sogar Junghasen stehen auf der Speisekarte. Wer aber will es der Elster verdenken – sie ist nicht nur äusserst intelligent, sondern zu dem auch erfinderisch und – sagen wir es so – faul! Kein Tier kann es sich leisten auf der Suche nach Nahrung unnötig viel Energie aufzuwenden – da wird eben das genommen, was sich am leichtesten bietet. Und da unterscheidet die Elster nicht, ob der Vogel geschützt ist oder nicht.

Die Elster als einstiger Waldbewohner profitiert mit am stärksten von der durch den Menschen veränderten Umwelt. Schauen wir uns doch nur unsere gepflegten Gärten und unsere ausgeräumte Feldflur an! Wenn wir als Menschen schon ohne Probleme Nester finden, wieso sollte dies erst recht der Elster (und anderen Nesträubern wie Eichelhäher, Rabenkrähen oder Eichhörnchen) nicht gelingen? Welcher Gartenbesitzer ist denn bereit die Natur in seinem Garten wuchern und wachsen zu lassen, damit genügend abwechslungsreicher Lebensraum entsteht – genügend Deckung und genügend Nahrungsangebot?

Wer nur auf Nesträuber zeigt mit dem Hinweis, diese seien für den Verlust der heimischen Vogelwelt verantwortlich, verkennt, dass selbst bei den Singvögeln 60% der Brut das erste Jahr nicht überlebt. Ein gewisser Schwund ist bei der Nachkommenschaft schon berücksichtigt, ansonsten gäbe es schon lange keine Meisen, Amseln oder andere Singvögel mehr.

Wir machen es uns heutzutage sehr leicht auf vermeintlich schädliche Tiere zu zeigen, jedoch sollten wir hierbei nicht vergessen, dass wir selbst die Quelle des Übels sind. Wir sind in den letzten Hunderten von Jahren mehr und mehr dafür verantwortlich, dass Tier- und Pflanzenarten ausstarben – einen guten Grund hatten wir dafür immer gefunden. Noch in den 1880 Jahren wurde den mitteldeutschen Bauern 20 Pfennige für ein paar Raben- und Elsternständer (deren Füsse) gezahlt; Wolf, Luchs und Bär wurden als Jagdkonkurrenz aus Mitteldeutschland vertrieben – viele andere wie Fischotter, Wildkatze oder Kormoran so in ihrem Bestand dezimiert, dass es heute noch dauert bis sich deren Bestände wieder erholen.

Lassen wir doch der Natur einfach ihren Lauf, Wolf und Luchs werden auch in Deutschland wieder heimisch. Ein kleiner Anfang für ein neues Einverständnis?

Hallo, ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …

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