Die Fotografie in meinem Leben

Zur Fotografie kam ich mit ca. zehn Jahren. Von meinen Eltern erhielt ich zu Weihnachten die Beirette SL 100 und das “Fotobuch für Kinder” von Heinz Hoffmann aus dem VEB Fotokinoverlag Leipzig.

Die Fotografie in meinem Leben - am Weserwehr in Bremen

Die Fotografie in meinem Leben

Damals konnte man mein Fotografieren nicht als Fotografie bezeichnen. Eher knipste ich alles, was mir vor die Linse kam. Aber irgendwie muss man ja anfangen.

Die SL 100 war ein einfaches Plastikgehäuse mit einfacher Linse. Ein paar grobe Einstellung konnte man tätigen. Fotografiert wurde mit einem ORWO Schwarz-Weiss-Film NP 20 mit 36 Aufnahmen. Meine ersten Fotos mussten grausam gewesen sein. Trotzdem fotografierte ich gern und viel. Leider gab es an meiner Schule keine Arbeitsgemeinschaft Junger Fotografen. Auch das Internet war damals noch nicht erfunden. So blieb also nur, sich das Fotografieren hart zu erarbeiten.

1982 - Papageien im Zoo Erfurt © Torsten Berg
1982 – Papageien im Zoo Erfurt
1984 - Fernsehturm Schwerin © Torsten Berg
1984 – Fernsehturm Schwerin

Zum Fotografieren gehörte damals auch noch das Entwickeln. Die belichteten Filme konnte man in einer Drogerie oder beim Fotofachhandel (glücklicherweise hatten wir in der nahegelegenen Kreisstadt solch ein Geschäft) abgeben und erhielt dann die fertigen Fotos nach ca zwei Wochen in den Händen. Oder man entwickelte seine Fotos selbst – wie es bei vielen Dingen in der DDR üblich war. Auch ich hatte eine kleine Dunkelkammerausrüstung, welche ich bei Bedarf im Badezimmer der Familie aufbauen musste.
Die Fotografie in meinem Leben - Großer Brachvogel

Vom Knipser zum engagierten Naturfotografen

Von meinem Vater erhielt ich 1987 seine bisher von ihm genutzte Kamera, begann meine Lehre als Forstfacharbeiter und beschäftigte mich ehrenamtlich auch im Naturschutz. Mit dabei war natürlich oftmals meine Kamera. Zu dieser Zeit fing ich an, Diapositive zu fotografieren. Vielleicht wollte ich es meinem Vater gleich tun, der uns schon als Kinder mit den Diavorträgen seiner Seereisen am Wochenende unterhalten hat.

Zwei Jahre später kamen die politische Wende, der Mauerfall und die Währungsunion. Kurz vor der DM hatte ich Gelegenheit, mir eine Praktica BX 20 kaufen zu können. Ein Komplettset mit Normal-, Weitwinkel und Teleobjektiv. Für nur 100,00 Ostmark! Wie geil war das denn! Fortan war diese Kamera mein Begleiter in Feld und Flur. Gefühlte 10.000 Diapositive sind in den folgenden Jahren entstanden. Die schönsten davon hatte ich dann im Jahr 2013 endlich digitalisiert.

Ab 1997 begann ich mein Studium in Bremen und im Bereich der Fotografie gab es erst einmal eine längere Pause. Diese endete 2013, als ich mir meine heute noch in Gebrauch befindliche Nikon D5100 zulegte. Nach und nach vergrößerte ich um diese Kamera herum meine Ausrüstung.

Die Fotografie in meinem Leben - Am Bahnhof Bremen-Sebaldsbrück

Technik erleichtert in der Fotografie vieles, ist aber nicht alles

Durch die digitale Fotografie und die folgende Bildbearbeitung eröffneten sich ganz neue Horizonte und Möglichkeiten. Doch das beste an der “neuen” Technik ist, dass sie immer noch auf den alten Regeln der analogen Fotografie basiert. Immer noch sind die drei Parameter Blende, Belichtungszeit und ISO die maßgeblichen Dinge. Und immer noch sind das passende Licht, die richtige Perspektive und das eigene Gefühl viel wichtiger für das Entstehen einer guten Fotografie als die genutzte Technik.

Seit 2013 erstelle ich für mich jeweils einen fotografischen Jahresrückblick. Wenn ich mir dann so meine Fotos anschaue, bin ich ehrlich gesagt stolz darauf, wie ich mich stetig verbessert habe. Mit den neuen technischen Möglichkeiten war es noch einmal ein Quantensprung. Doch dieses Wissen kommt nicht allein aus Büchern oder Internet. Der wichtigste Lerneffekt beruht meiner Meinung nach auf dem Hinausgehen und Fotografieren. Wie ist es bei dir?

Torsten

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Hallo,ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …
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