In Bremen werden 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten gefeiert. Bereits seit März und noch bis Ende September finden deshalb viele Veranstaltungen rund um die vier tierischen Musikanten statt. Das Märchen der Gebrüder Grimm kennt wohl jedes Kind. In Wahrheit ist dann doch einiges anders gelaufen. als man es sich immer erzählt. Möchtest du wissen, was die Bremer Stadtmusikanten mit Waldesruh verbindet? Dann solltest du hier weiterlesen.

Die 4 Bremer Stadtmusikanten in Waldesruh

Waren die Bremer Stadtmusikanten in Bremen?

„Komm mit uns nach Bremen, etwas Besseres findest du so leicht nirgends.“

Das waren die Pläne von Esel, Hund, Katze und Hahn, als die vier sich zum ersten Mal trafen. Das soll vor 200 Jahren gewesen sein. So geben es zumindest die schriftlichen Quellen her. Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Auch die Bremer Stadtmusikanten sehen ihr Leben heute ganz entspannter. „Sicher, Bremen war ein tolle Idee, als wir von unseren Höfen flüchten mussten. Wir wussten ja auch gar nicht wohin und was uns überhaupt erwarten würde.“ knurrte der Hund. „Also entschlossen wir uns, nach Bremen zu ziehen.“ fügte mauzend die Katze hinzu.

Also machten sich die Tiere auf den Weg durch Felder und Wälder. Sie mussten Bäche und Flüsse queren. Und durch die damals noch dichten und unwegsamen Wälder wandern. Historiker rekonstruieren heutzutage den vermutlichen Weg unserer vier Freunde. Wie wir uns natürlich denken können, sind sich die Gelehrten dabei keineswegs einig. Aber dass die Bremer Stadtmusikanten Bremen niemals erreicht haben, das steht bei ihnen ausser Zweifel.

„Hihi,“ kräht der Hahn, „aber wir waren sogar ein paar Mal in Bremen. Aber jedesmal nur kurz für einen kleinen Auftritt.“ Denn dadurch habe man sich ein klein bisschen Geld zum Leben hinzuverdient, wie uns der Esel weiter verrät. Aber man habe versucht, die Besuche hier so kurz wie möglich zu halten. Bremen sei eben nur ein Dorf mit Straßenbahn. Oder eine kleine Schwester von Hamburg. „Obwohl es hier auch – einige wenige – schöne Ecken gebe, aber ständig hier leben?“ kratzte sich der Esel am Ohr. Nein, dazu habe sich die Stadt in den letzten Jahren nicht zum Positiven entwickelt.

Was machen die Stadtmusikanten in Waldesruh?

„Und dann haben wir in einem Wald dieses kleine Häuschen gefunden.“ flattert der Hahn aufgeregt umher. Vorsichtig haben die vier dann in den Büschen gelegen und das Häuschen beobachtet. „Nein, es handelt sich hier nicht um die Räuberhütte aus dem Märchen.“ erklärte der Esel. „Die hat es zwar auch gegeben damals. Doch seit einigen Jahren ist dort für uns Tiere gar kein Platz mehr.“

So sind die Bremer Stadtmusikanten dann doch noch einmal weiter gezogen. Bis sie eben in Waldesruh ankamen. „Anfangs waren wir zwar skeptisch, dass es so etwas wie diesen Ort überhaupt noch geben soll.“ fügte der Hund hinzu. Die Katze unterbrach das Lecken ihres Pfötchens: „Doch dann erkannten wir, welchen Schatz wir entdeckt haben. Leben, wo andere Urlaub machen: in ursprünglicher Natur und bei freundlichen Menschen.“ Auch die Waldtiere der Umgebung bestätigten das angenehme Wesen der Waldesruher.

Was also lag für die vier Freunde näher als hierher umzusiedeln. Schnell waren ihre paar Sachen gepackt und die vier auf dem Weg. Hier im Waldesruher Forst verlebten sie den Sommer unter freien Himmel ohne Störungen durch die Urlauber oder Wanderer. Denn in Waldesruh gibt es wirklich noch Orte, an denen kaum ein Mensch zuvor gewesen war. Nur mit unserem Förster Grünrock hielten sie ein wenig Kontakt. Und der Förster machte den Vieren nun den Vorschlag, beim Ortsvorsteher in Waldesruh für ein kleines festes Häuschen im Wald nachzufragen. So dürfte nun unser beschaulicher Ort wohl bald auch offiziell berühmte Einwohner erhalten.

Seitens der Waldesruher dürfen die ehemaligen Bremer Stadtmusikanten dann auch wohl gern hier wohnen bleiben. Denn spätestens mit den Erlebnissen zur Weihnachtszeit sind die Waldesruher ja einige Dinge gewöhnt. Und was sagen die vier Freunde dazu? „Uns gefällt es hier ganz gut! Wenn wir hier leben können und keine Touristenattraktion werden müssen, dann bleiben wir hier. Etwas Besseres als Bremen haben wir nun hier gefunden.“