Naturfotografie – Der perfekte Schuß

Stunden- teilweise Tage vergehen bis eine gute Aufnahme gelingt. Was muss man nicht alles für ein gelungenes Foto auf sich nehmen! Auf den Bildern, die man dann seinen Zuschauern präsentiert, sieht dann alles ganz einfach und leicht aus. Ich selbst bin hobbiemässiger Tierfotograf und aus ca 1000 Bildern ergibt sich bei mir das eine ideale – der perfekte Schuß! Meine Tätigkeit als Naturschützer und als ausgebildeter Forstwirt kommen dabei diesem Hobbie sehr entgegen.

Freude und Leid sitzen eng beieinander, wenn es darum geht hobby- oder auch berufsmäßig als Tier- und Naturfotograf unterwegs zu sein. Zu den Tieren kann man nicht kommen, Tiere kommen zu einen! In unserer schnellebigen Zeit wird dies oft verkannt und nicht selten machen Auftraggeber noch zusätzlich Druck, um ein wunderbares Foto von einer noch so seltenen Art zu bekommen. Zudem setzt sich ein Fotograf vielfach selbst unter diesen Druck. Da wird dann schon einmal zu unfairen, teilweise gar kriminellen Mitteln gegriffen, um die gesteckten Erwartungen zu erfüllen.

Nicht zu vergessen sei auch der finanzielle Aspekt. Selten kommen die gesuchten Arten am Wohnort vor und auch die Ausrüstung für das Fotografieren bekommt man selten für lau.

Vorab sei gesagt, dass es gerade bei wildlebenden Tieren und Pflanzen der streng geschützten Arten lt Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, diese zu stören. Ich würde dieses Verbot rein aus moralischen und ethischen Gründen auf alle Tier- und Pflanzenarten ausdehnen wollen. Wie leicht kann es zum Beispiel gerade in der Brutsaison passieren, dass durch ein aufgeschrecktes und vom Nest flüchtendes Vogelweibchen die bebrüteten Eier auskühlen und der Nachwuchs abstirbt.

Bevor man nun auf gut Glück durch die Natur tobt, um eventuell ein Tier vor die Kamera zu bekommen, sollte man sich Gedanken über sein Fotomotiv machen. Wo kommt das gesuchte Tier vor, welche Ansprüche stellt es an seinen Lebensraum und wie lebt es überhaupt? So wird man selten Kegelrobben in den Alpen finden oder Bienenfresser im Winter in Norddeutschland! So kann ein Wochenende schon sehr knapp bemessen sein, wenn man erst eine längere Anreise in Kauf nehmen muss, um in das Verbreitungsgebiet einer Art zu gelangen. Ich für meinen Teil plane schon für meine Urlaube im Voraus und informiere mich über zu erwartende Arten im Urlaubsgebiet.

Ist man dann im potentiellen Verbreitungsgebiet angekommen, heisst es die Örtlichkeiten zu inspizieren und zu erkunden. Welche kleinräumlichen Gegebenheiten gibt es vor Ort, beschäftigen sich Naturschützer, aufgeschlossene Jäger oder Forscher mit der gesuchten Art. Vorab hilft es hier Kontakt über das Internet aufzunehmen, nicht schaden kann auch ein Netzwerk von Bekannten oder die Teilnahme an einer oder mehreren naturkundlichen Führungen durch das Gebiet.

Hat man diese Vorraussetzungen erfüllt, braucht man die richtige Ausrüstung und vor allem viel Zeit! Man sollte sich auf Beobachtungsständen einrichten, gute Beobachtungsplätze suchen, evtl ein Tarnzelt mitnehmen, den ortsansässigen Jäger um Erlaubnis fragen, ob man seine Kanzeln benutzen darf. Auch ein Boot kann manchmal als Fortbewegungs- und Ansitzmittel hilfreich sein.

Frühzeitiges aufstehen ist nicht nur dem Jäger anzuraten, auch für einen Naturschützer hat Morgenstund’ Gold im Mund! Die meisten Tiere sind am aktivsten in den frühen Morgen- und Abendstunden, seltener in der Mittagszeit, wenn der geneigte Wanderer sich an der Natur erfreut. Besonderen Spass macht es natürlich auch, wenn sich am Beobachtungsstand gleichzeitig eine grössere Touristengruppe sich ebenfalls am Naturschauspiel erfreut.

Teil 2 folgt demnächst …

Hallo, ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.