Naturfotografie – Der perfekte Schuß Teil 2

Hat man sich nun für eine Tageszeit entschieden, sollte man natürlich den Ort des Geschehens aufsuchen. Dies kann je nach Entfernung mit dem Auto geschehen, mit dem Rad oder auch mit einem Boot.

Zumindest das Auto sollte man dann aber auf einem Parkplatz abstellen. Im direkten Gebiet angekommen bietet es sich an zu Fuß weiter zu pirschen. Ob man nun im Ansitz wartet oder durch das Gebiet pirscht ist abhängig vom gewünschten Fotomotiv.

Hat man es auf Pflanzen, kleinere Tiere oder Landschaften abgesehen, lohnt es sich weiter zu Fuß unterwegs zu sein. Für Aufnahmen gerade größerer Säugetiere oder Vogelaufnahmen am Nest oder Horst bietet es sich an, auf Ansitz zu verharren. Dies kann eine Jagdkanzel genauso wie ein Beobachtungsstand oder ein mitgebrachtes Tarnzelt sein. Wichtig ist nur, dass man schon beim Gang zum Ansitz sich ruhig, nahezu geräuschlos und rücksichtsvoll benimmt.

Rücksichtsvoll sollte man vor allem auch bei der Fotopirsch sein, nicht selten kann man auch hierbei eindrucksvolle und unverhoffte Fotoaufnahmen schießen. Vor allem sollte man aufpassen, wohin der eigene Fuß gesetzt wird, oftmals sieht man in der Fixierung auf sein eigentliches Fotoobjekt nicht, dass man gerade eine der seltenen Waldorchideen zertritt.

Egal ob nun auf Pirsch oder auf Ansitz, immer sollte darauf geachtet werden, dass man Tiere nicht beunruhigt oder stört, möglichst auch nicht anfasst, ihre Bauten und Nester nicht gefährdet  und von Pflanzen keine Blätter, Blüten oder andere Pflanzenteile abreißt. Solch ein umsichtiges Verhalten sollte die Grundmaxime jedes Naturfreundes sein. Für mich heißt es, lieber einmal ein Foto auslassen als zu riskieren, daß zum Beispiel die Tiermutter ihr Junges verlässt.

Auch auf seine eigene Sicherheit sollte man bedacht sein, keine riskanten Klettertouren unternehmen oder sich durch zuviel Nähe zum Objekt in Gefahr begeben. Gerade Tiere sind oft in ihren Handlungen zwar vorhersehbar, aber nicht berechenbar und so mancher anscheinend stabile Untergrund entpuppt sich als schnell nachgebende weiche Masse. Ich selbst habe mich einmal beim Fotografieren von Kranichen zu weit in einen abgelassenen Stausee hineinbewegt und plötzlich bin ich bis zu den Knien im Schlamm versunken. Als Resultat musste ich barfuß ohne meine Gummistiefel und mit nassen Socken den Heimweg antreten. Die Gummistiefel stecken wahrscheinlich jetzt noch im Seegrund.

Nun braucht man neben viel Zeit auch ein bisschen Glück. Nicht immer findet man die gesuchte Pflanze sofort oder das gewünschte Tier lässt sich garantiert nicht blicken und wenn dann doch, so bewusst nicht in einer fotogenen Pose. Geduld, Geduld, Geduld, warten, warten, warten … ein nahezu unendliches, sich immer wiederholendes Spiel.

Ich nutze diese Zwangspausen dann, um mich intensiv mit der mich umgebenden Natur auseinanderzusetzen und auf mich wirken zu lassen. Vielleicht kommt das Tier, auf das man wartet gar nicht, stattdessen erscheint urplötzlich aus dem Nichts eine Wildkatze oder ein Eisvogel. Maybe – hier bleibt es dem Fotografen überlassen, ob er es riskiert und diese sich bietende Gelegenheit nutzt – diese bietet sich bestimmt kein zweites Mal. Oder er wartet weiter, bis das Objekt der Begierde die Bühne betritt.

Jetzt nur nicht hektisch werden! Ruhig bleiben ist angesagt. Mir passiert es selbst immer wieder, ich höre mein Herz bis zum Hals pochen und mein Puls ist bestimmt auf 180. Warte ich noch, bis das Tier vor mir sich in eine noch bessere Position bewegt oder drücke ich gleich auf den Auslöser – mit der Gefahr, dass es dadurch verschreckt und flüchtet? Meistens ergibt sich aber die Möglichkeit mehrere Aufnahmen hintereinander zu machen.

Teil 3 folgt demnächst …

Hallo, ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …

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