Unser Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021. Damit setzte sich der sympathische, knopfäugige Liebling vieler Stadtbewohner in einer Vorauswahl und letztendlich in einer Stichwahl unter zehn Kandidaten durch. Erstmalig wurde der Vogel des Jahre in einer öffentlichen Wahl durch alle Menschen in Deutschland bestimmt.

Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021

Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021

Mit dem Slogan Mehr Gartenvielfalt hatte das Rotkehlchen für sich und für vogelfreundliche Gärten geworben. Laut NABU haben mehr als 325.000 Menschen an der Hauptwahl teilgenommen. Mit 17% gewann dann einer der bekanntesten und beliebtesten Vögel Deutschlands den Titel. Übrigens schon zum zweiten Mal, denn bereits 1992 war der bekannte Gartenvogel ein Vogel des Jahres.

Seit 1971 wird der Vogel des Jahres vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz Bayern gekürt. Übrigens ist der Vogel des Jahres die erste Aktion, die jährlich durch die Ausrufung eines Kandidaten auf die Gefährdung von Tieren und ihren Lebensräumen aufmerksam gemacht hat. Zum 50. Jubiläum im Jahr 2021 wurde erstmals die Öffentlichkeit in zwei Wahlgängen mit an der Auswahl beteiligt.

Dabei war die Wahl des Rotkehlchens gar nicht so unumstritten! Denn mit rund 3,4 bis 4,3 Millionen Brutpaar zählt es zur achthäufigsten Vogelart in unserer Heimat. Sein Bestand gilt derzeitig als nicht gefährdet. Warum wird dann eine Allerweltsart als Vogel des Jahres gewählt?

Das Rotkehlchen ist wohl vielen Menschen bekannt. Es ist ein sehr sympathischer Vogel. Mit seinen Knopfaugen, dem kurzen Schnabel und dem runden Kopf erfüllt er quasi bilderbuchmässig das Kindchenschema. Wer könnte diesen kleinen quirligen Vogel nicht mögen? Ganz anders als der unbekannte Goldregenpfeiffer (Vogel des Jahres 1975) oder die oftmals als stinknormale Krähe bezeichnete Saatkrähe (Vogel des Jahres 1986). Oder die Stadttaube, die ebenfalls im Jahr 2021 in den zur Wahl stehenden Top-Ten landete.

Hier gilt es seitens der Auswahl immer die Waage zwischen dem Naturschutz und der Öffentlichkeit zu bewahren. Ein unbekannter „hässlicher“, aber bedrohter Vogel hätte es schwer, von der Öffentlichkeit als Vogel des Jahres anerkannt zu werden. Schöne, bekannte und noch häufige Allerweltsarten werden von vielen Naturschützern aber als nicht unbedingt so dringend schützenswert dargestellt, da sie eben nicht bedroht sind. Vor diesem Hintergrund greift man deshalb häufig auf Sympathiearten zurück. Diese sollen dann als Synonym für einen bedrohten Lebensraum stehen. In den Zeiten von Schottergärten und immer mehr versiegelten Flächen eben für Mehr Gartenvielfalt.

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Das Rotkehlchen – der Steckbrief

Der äusserst stimmgewaltige Sympathieträger kann bei uns ganzjährig beobachtet werden. Mit seiner orangeroten Brust und seiner zutraulichen Art ist das Vögelchen besonders einfach zu erkennen. Schwanz, Hinterkopf und der Rücken der Vögel sind braun gefärbt. Der Bauch hat eine helle Färbung. Die Geschlechter sind bei dieser Art nicht am Aussehen zu unterscheiden.

Wir können das Rotkehlchen fast überall in Wäldern, Parkanlage und in unseren Städten und Dörfern beobachten. Solange es Sträucher zum Brüten gibt, finden wir es auch in der offenen Feldflur. Seine Nahrung besteht aus Kleintieren wie Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Gern werden aber auch Beeren und andere weiche Früchte genommen. Gerade bei Gartenarbeiten wie beim Umgraben eines Beetes kommt das Rotkehlchen erstaunlich nah an den Menschen heran. Kein Wunder, kann es doch in der aufgewühlten Erde leicht nach Fressbaren suchen.

Der Gesang des Rotkehlchens klingt etwas traurig und wehmütig. Dafür ist er aber auch im Herbst, Winter und in der Nacht zu hören.

Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021 - Katzen haben es auch zum Fressen gern

Wie kann ich dem Rotkehlchen helfen

Obwohl das Rotkehlchen noch sehr häufig ist, schrumpft sein Lebensraum weiter. Dabei ist es ganz einfach ihm und seinen anderen Mitbewohnern das Leben einfacher zu machen. Auch wir als Menschen brauchen in dieser Hinsicht nicht viel zu unternehmen. Denn einfach mal nichts machen – das hilft! Einfach mal den Mut zur Unordnung im Garten haben.  Das Rotkehlchen mag dichte Sträucher. Im Dickicht sucht es häufig nach Nahrung. Im Winter mag es auch Vogelbeeren oder Beeren vom Weissdornbusch.

Der Verzicht auf Gift und Pestizide im Garten hilft, die Nahrungsgrundlage des Rotkehlchens zu erhalten. Wer es nicht vertreiben möchte, sollte ihm die ökologische Schädlingsbekämpfung überlassen. Und dabei hat er noch viele andere Helfer. In Schottergärten oder auf Kunstrasen fühlt sich robin (so der englische Name des Rotkehlchens) gar nicht wohl. Viel mehr gefallen ihm offene und wilde Böden. Eine möglichst naturnahe Gartengestaltung lässt es dem Vogel gut gehen.

Die offenen Nester des Rotkehlchens sind eine leichte Beute für Katzen und andere Vierbeiner. Allein die Anwesenheit kann die Vogeleltern davon abhalten, die Jungen zu füttern. Während der Brutzeit und der Zeit der Vogelfütterung sollten deshalb Katzen nicht aus dem Haus gelassen werden.

Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021 - wer kann diese Knutschkugel nicht mögen?

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Hilfst du bereits dem Vogel des Jahres 2021 – unserem Rotkehlchen? Lebt Robin, das Rotkehlchen in deinem Umfeld? Wie findest du die Aktion zum Vogel des Jahres eigentlich? Schrieb doch deine Antwort einfach in einen Kommentar! Mich würde es freuen!