Das Leid, sich von Büchern trennen zu können

Bücher sind für die meisten Leute mehr als nur Sachen. Sie begleiten uns manchmal ein Leben lang und es ist ein Leid, sich von Büchern trennen zu können.

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2024 aktualisiert.

Erstellt wurde er am 14.09.2011 .

Das Leid, sich von Büchern trennen zu können

Bücher sind für die meisten Leute mehr als nur Sachen. Sie begleiten uns manchmal ein Leben lang und es ist ein Leid, sich von Büchern trennen zu können.

Das Leid, sich von Büchern trennen zu können - Bücherregal im Staatsarchiv Bremen

Bücher sind wie alte Freunde

Kürzlich habe ich von meinen Eltern meine restlichen Sachen abgeholt, darunter auch etliche Kartons mit Büchern aus meiner Kinderzeit. An einige Bücher konnte ich mich noch so erinnern, als hätte ich sie erst gestern gelesen – ohne in die Kisten zu schauen. Diese Erinnerungen waren immer da, die Bücher waren so etwas wie alte und langjährige Freunde. Sie ziehen mit uns jeden Umzug um, stehen im Buchregal und fungieren dort dann meistens als Staubfänger oder liegen in Kartons auf dem Dachboden.

Beim Durchschauen der Kisten fand ich dann auch diese alten Freunde wieder und war darüber auch erfreut. Diese werden nun wieder den Weg in mein Bücherregal finden. Die überwiegende Anzahl der Bücher aber waren nur meine Begleiter in der Kinder- und Jugendzeit. Wie so oft im Leben, kommt bei diesen Begleitern der Zeitpunkt, an dem man sich trennt oder trennen muss. Eine Trennung kann schmerzhaft erfolgen oder leicht. Hut ab vor dem, der sich immer leicht trennen kann. In der Geschichte der Menschheit haben sich aber Bücher zu einem Gegenstand entwickelt, der mehr ist als ein Gegenstand. Mit der Erfindung des Buchdrucks und der Verbreitung von Büchern nahm das kollektive Wissen der Menschheit zu. Bücher sind so mehr als Sachen geworden – die Bücherverbrennung durch die Nazis veranschaulicht diesen Sachverhalt eindeutig.

Das Leid, sich von Büchern trennen zu können

So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen sich nicht einfach von ihren Büchern trennen können. Ich habe für mich aus diesen Gründen folgende Vorgehensweise gewählt: ich unterscheide zwischen den bekannten alten und liebgewordenen Freunden – diese bekommen einen Platz im Bücherregal. Dann gibt es die Begleiter meiner einzelnen Lebensabschnitte – diese verschenke ich an Freunde oder Bekannte um ihnen damit eine Freude zu machen oder in bestimmten Lebenslagen Halt und Rat zu geben. Andere Begleiter, für die ich zur Zeit keine neuen Freunde finden kann, verkaufe ich im Internet. Empfehlen kann ich hierfür die Seiten von booklooker.de (hier geht es zu meinen Angeboten bei booklooker.de.) oder Internetaufkäufer wie momox.de. Auch ebay ist eine Alternative – allerdings rechnet sich hier der Aufwand zum Erlös meist nicht. Für schnelle und Massenverkäufe empfehle ich Momox. Hat man Zeit und Platz lieber Booklooker, da man hier noch entsprechende Preise erzielen kann. Auch auf Flohmärkten wie zum Beispiel unserem Flohmarkt im Flüsseviertel kann man entsprechend Bücher verkaufen.

Und dann gibt es noch einen Rest: altersschwache oder auch Bücher mit ideologischem Hintergrund. Diese wandern zwangsläufig als Rohstoff zurück in den Wirtschaftskreislauf – als das, was sie ja eigentlich sind: Papier. Wie du neben Büchern auch andere Dinge loswerden kannst erkläre ich in meinem Projekt Entrümpelung.

Das Leid, sich von Büchern trennen zu können - offener Bücherschrank in der Bremer Neustadt

Offener Bücherschrank

Auch in der Bremer Neustadt einen offenen Bücherschrank! Die Bürgerstiftung Bremen förderte diese Einrichtung. Im übrigen finde ich den Bücherschrank auch als Kunstwerk im öffentlichen Raum visuell sehr gut gelungen.

Zweck dieses Bücherschrankes ist ähnlich einer Bibliothek: hier können Bücher ausgetauscht werden. Die Entnahme ist jedoch nicht wie in herkömmlichen Bibliotheken an eine Entleihfrist gekoppelt – im Gegenteil – man braucht das Buch nicht unbedingt wieder abzugeben. Trotzdem sollte man im Gegenzug ein anderes in den Schrank stellen, damit hier immer wieder neue Bücher verfügbar sind.

Offene Bücherschränke finde ich genial in Bezug auf Minimalismus und Ressourcenschonung. Statt sich ein Buch zu kaufen, es einmal zu lesen und es dann im eigenem Bücherregal verstauben zu lassen, hält man durch diese Idee das Buch am Laufen und Leben. Und auch Menschen mit niedrigem Einkommen können so in den Genuss nahezu unbegrenzter Lektüre kommen.

Das erste Mal bewusst habe ich bei Christof über den offenen Bücherschrank gelesen. Leider gab es zu dieser Zeit in Bremen noch keine dieser Einrichtungen. Demnächst werde ich auch aus meinem Bücherregal ein paar Bücher auf die Reise schicken.

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