Letzte Aktualisierung am 12. November 2020

tbIn loser Folge druckt der Waldesruher Tagesbote   exklusiv das geheime Tagebuch von Kaiser Wilhelm ab. Der Fund des Tagebuches war eine Überraschung für den kleinen unbekannten Ort im Harz. Heute lesen Sie den siebenten Teil der Aufzeichnungen, welche noch nie zuvor an die Öffentlichkeit geraten sind! Das ursprünglich in Sütterlin geschriebene Tagebuch haben wir für unsere Leser gern übersetzt.

1864, Mitte December

so kurz vor dem heiligen Weihnachtsfeste habe ich noch einmal Musse gefunden um mein geliebtes Waldesruh zu besuchen. Und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht.

Mein Leibdiener kündigte dem Bärenwirt meine Ankunft an. Sie müssen wohl Wachen aufgestellt haben, denn als ich einritt, konnte ich schon den leckeren Geruch seiner Waldesruher Speckknödel merken.

Diese Einfachheit hier im Ort und diese Ruhe sind nicht mit Gold aufzuwiegen. Hier kann ich einfach sitzen und Tee trinken und herrliche Zeiten verbringen.

In der Frühe bin ich mit Förster Grünrock zur Pirsch und habe uns allen eine Sau geschossen. Der Bärenwirt will diese am Spiess braten. Das wird wieder ein Fest für den ganzen Ort.

Der Krieg mit den Dänen ist gottlob vorbei. Der Einfluss der deutschen Länder in Schleswig und Holstein ist dank unseres Sieges gestiegen. Die Dänen haben nun nichts mehr zu melden dort.

Im Deutschen Bunde will nun aber Österreich mehr Macht haben, das geht zu Lasten meines Preussens. Wie soll da die deutsche Einigung gelingen. Bismarck wird es schon richten, er ist ein schlauer Fuchs. Obwohl er mich Popularität beim Volke kostet.

Die Waldesruher hier, die kennen keine Grenzen. Zwar gehören sie zu Anhalt, aber pflegen einen regen Austausch mit den Nachbarn in Preussen und auch den Braunschweigern. Sie leben ihr Leben und gehen ihrer Arbeit nach, fleissige Leute.

Ich muss jetzt enden, die Pflicht und das Weihnachtsfest ruft mich nach Berlin.