tbIn loser Folge druckt der Waldesruher Tagesbote   exklusiv das geheime Tagebuch von Kaiser Wilhelm ab. Der Fund des Tagebuches war eine Überraschung für den kleinen unbekannten Ort im Harz. Heute lesen Sie den fünften Teil der Aufzeichnungen, welche noch nie zuvor an die Öffentlichkeit geraten sind! Das ursprünglich in Sütterlin geschriebene Tagebuch haben wir für unsere Leser gern übersetzt.

1864, im Mai

herrlich wieder hier in meinem Waldesruh zu sein. Diese Frühlingsluft! Diese ist ganz anders als der Mief in Berlin. Jedes Mal, wenn ich in diesen zauberhafte Flecken komme, merke ich, wie mir die Last des Regierens abfällt.

Dieses Örtchen soll so bleiben wie es ist! Mit der ganzen Zeit, wo ich schon hier weile, würd mir das immer mehr bewusst. Ich werde dem Ortschaftsrat jährlich ein größeres Sümmchen Goldtaler zur Verfügung stellen. Aber unter der Maßgabe, dass dieses Geld nur im Interesse des hier lebenden freundlichen Volkes verwandt werden darf.

Der Bärenwirt hat mir auch mittlerweile mein festes Zimmer gegeben. Es ist zwar nicht so gross wie daheim in Berlin, jedoch trotz seiner Einfachheit sehr gemütlich. Auch meine feste Adjustanz hat hier während meines Aufenthaltes eine feste Bleibe. Jedoch merke ich schon, dass der Einfluss der Moderne auch hier in Waldesruh zunimmt. Aber bei der Art dieser Leute bin ich mir sicher, dass diese das beste daraus machen werden.

Heute in der Frühe hat mir der Förster Grünrock auch einen kapitalen Vierundzwanziger gezeigt. Ein herrliches Tier! Lebend gefällt es mir noch besser als wenn es als Trophäe an meiner Wand hinge. Ich hoffe, ich kann ihn noch mehrmals beobachten.