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tbIn loser Folge druckt der Waldesruher Tagesbote exklusiv das geheime Tagebuch von Kaiser Wilhelm ab. Der Fund des Tagebuches war eine Überraschung für den kleinen unbekannten Ort im Harz. Demnächst wird das Tagebuch auch der Öffentlichkeit in einer Dauerausstellung vorgestellt werden. Heute lesen Sie den dritten Teil der Aufzeichnungen, welche noch nie zuvor an die Öffentlichkeit geraten sind! Das ursprünglich in Sütterlin geschriebene Tagebuch haben wir für unsere Leser gern übersetzt.

1863, nach Weihnachten am 27. December

Die gesellschaftlichen Verpflichtungen am preussischen Hof waren ermüdend und lästig. Dieses oberflächliche Gerede und die Intrigen rauben mir eine Menge Kraft. Was bin ich froh, jetzt einige Tage wieder an diesem wunderbaren Flecken Waldesruhe zu sein.

Zwar wissen die Menschen hier mittlerweile wer ich bin, jedoch begegnen sie mir mit einer nie dagewesenen Unvoreingenommenheit. Für den Aussenstehenden mag es scheinen, als ob ich einer von ihnen bin. Hier bin ich Mensch, hier darf ich es sein – mag mein Herz hier jubelieren.

Ich weile jetzt das dritte Mal an diesem gottgegebenen schönen Stück Erde. Aber mir kommt es vor, als ob ich es schon mein Leben lang kenne. Ich freue mich richtig darauf, wenn ich mich hier vom Tagesgeschäft in Berlin erholen kann. Sicher gibt es hier keinen Luxus wie ich es gewohnt bin, jedoch tut mir dieser Mangel richtig gut.

Für heute nachmittag bin ich mit dem Förster verabredet, welcher mir das Gebiet um die Rabenklippen zeigen will. Mein Gewehr werde ich aber im Gasthaus lassen, ich möchte erst einmal die Gegend und die Ruhe hier geniessen.

Meine Adjustans habe ich angewiesen, mir keine Meldungen aus Berlin zukommen zu lassen. Sowieso wissen nur einige gut Vertraute um meinen Aufenthaltsort.

 

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