In meiner Reihe #blogger4natur möchte ich Blogger und andere verrückte Menschen interviewen, denen die Natur am Herzen liegt. Dabei lege ich bewusst Wert darauf, euch eine breite Palette von naturbegeisterten Menschen vorzustellen. Denn Natur schützen fängt meiner Meinung nach mit dem Begeistern für die Natur an.

#blogger4natur: Thomas vom breitengrad66.de

Heute: Thomas vom breitengrad66.de

Beschreibe bitte kurz, wer Du bist!

Ich bin ein 37-jähriger Osnabrücker, der bereits vor knapp 10 Jahren mit dem Bloggen begonnen hat. Von Beginn an habe ich dabei immer wieder Naturthemen aufgegriffen. Für mich sind sowohl das Bloggen als auch die Natur große Leidenschaften, die sich perfekt miteinander kombinieren lassen.

Erzähle uns doch bitte etwas über Deinen Blog. Wie ist sein Name und welche Geschichte steht dahinter?

Als ich damals mit dem Bloggen begann, suchte ich nach einem passenden Namen für den Blog. Da viele Namen und die dazugehörigen Domains bereits vergeben waren, musste ich etwas um die Ecke denken. Da mich seit meiner Kindheit keine Landschaft so sehr fasziniert hat, wie die Polarregionen, kam ich irgendwann auf die Idee, meinen Blog einfach danach zu benennen. Breitengrad66 steht quasi als Synonym für den Polarkreis und meine Leidenschaft zur Arktis und Antarktis.

Welchen Bezug hast Du zur Natur? Engagierst Du dich im Natur- oder Umweltschutz?

Natur war für mich schon als Kind ein großes Thema. Ich war oft und viel draußen. Das ist bis heute geblieben. Ich liebe es, im Wald zu sein, unter freiem Himmel im Zelt aufwachen zu können oder auf Berge zu wandern. Auch wenn es klischeehaft klingt, mir gibt die Natur tatsächlich viel Kraft und ich bekomme in ihr den Kopf wieder frei für andere Dinge. Sich aktiv im Naturschutz beteiligen, können andere viel besser als ich. Ich bewundere sehr, mit welcher Ausdauer man sich dabei engagieren kann. Ich selbst beschränke mich darauf zu versuchen, durch meine Fotos und Geschichten Menschen für die Natur zu begeistern. Wenn mir das gelingt, bin ich sehr glücklich.

Worin liegt Dein Schwerpunkt in der Beschäftigung mit der Natur?

Das Schöne an der Natur ist ja, dass sie so vielfältig und abwechslungsreich ist. Deshalb habe ich tatsächlich auch gar keinen Schwerpunkt. Was ich immer wieder besonders gerne mache ist wandern. Dabei kann man alles kombinieren. Es lassen sich traumhafte Landschaften erkunden, ich kann nebenbei fotografieren und wenn ich Glück habe, sichte ich dabei auch noch das ein oder andere Tier. Was will man mehr?

Wie oft bist Du draussen unterwegs?

Ich könnte jetzt sagen, dass ich bei Wind und Wetter draußen wäre, aber das würde nicht stimmen. Neben meinem Vollzeitjob, bleibt natürlich hauptsächlich an den Wochenenden Zeit. Diese versuche ich allerdings, wann immer es geht, zu nutzen und aktiv unterwegs zu sein.

Dein bestes Naturerlebnis war … ?

Ganz klar mein erster Besuch in Kanada. Schon beim Landeanflug im Yukon, war ich begeistert von der Landschaft, die sich mir da vor dem Flugzeugfenster bot. Alles sah so aus, wie Jack London es beschrieben hatte. Als mir dann wenige Tage später auch noch der erste Grizzly begegnete, war ich völlig aus dem Häuschen. Ähnlich ging es mir als ich Eisbären fotografieren durfte. Das sind Momente, die für absolute Gänsehaut sorgen und die sich für immer ins Gedächtnis einbrennen.

Welche Bedrohung ist Deiner Meinung nach die schwerwiegendste für unsere Natur?

Da bin ich leider gar kein Fachmann. Vielleicht ist es naiv oder gar fahrlässig zu denken, dass unsere Wissenschaftler solche Fragen zufriedenstellend beantworten können. Doch vertraue ich einfach darauf.

Wie sieht es mit Deinem persönlichen ökologischen Fussabdruck aus?

Ich mag ja diesen Begriff nicht. Es ist geradezu aberwitzig, dass man heutzutage tagtäglich in den Flieger steigen und hinterher eine CO2-Kompensation kaufen kann, nur um sein Gewissen zu beruhigen. Das erinnert mich an einen modernen Ablasshandel. Der Begriff “ökologischer Fußabdruck” verkommt dabei zum schlechten Witz. Ich finde es viel wichtiger, dass jeder einen bewussten Lebensstil pflegt. Das muss nicht unbedingt Verzicht bedeuten. Nach dieser Maxime handele ich selbst auch.

Als welche Art von Fotografen würdest Du Dich beschreiben und mit welchem Kameraequipment bist Du unterwegs?

Mein Equipment wechselt ständig mal, da ich immer versuche meine Möglichkeiten zu optimieren. Grundpfeiler ist dabei immer das Canon-System, für das ich mich bereits vor Jahren entschieden habe und mit dem ich bis heute noch sehr gut zufrieden bin. Unter https://www.breitengrad66.de/2018/02/24/meine-fotoausruestung-kamera-fuer-blogger-und-reise/ habe ich mehr über meine Ausrüstung geschrieben. Ich fotografiere damit eigentlich alles, was im weitesten Sinne unter den Begriff Reportage fällt. Sei es Landschaften, Menschen oder Tiere. In der Regel sind die Fotos immer ungestellt, da es mir wichtig ist eine natürliche Dynamik abzubilden. Gestellte Fotos, die mit der Realität wenig zu tun haben, wie wir sie immer öfter auf Instagram ect finden, sind mir ein Graus.

Zeige uns doch einmal bitte Deine fünf besten Naturfotos. Schön wäre es, wenn du ein bis zwei Sätze dazu sagen könntest.

DIE fünf besten Naturfotos habe ich gar nicht. Welche Fotos gut sind, sollten auf jeden Fall andere entscheiden. Ich kann nur Fotos zeigen, bei denen ich mich noch heute voller Freude an die damaligen Aufnahmesituationen erinnern kann. Das ist auf jeden Fall bei all meinen Eisbären-Fotos aus Kanada der Fall, ebenso bei einem Foto eines Nashorns im Dschungel Nepals oder aber auch einer Gams auf einem winterlichen Alpengipfel. Überhaupt sind es immer wieder Tiere, wie Affen in Indonesien oder Hirsche in Deutschland oder gar die Moschusochsen in Norwegen, die mich begeistern. Hinzu kommen dann noch Landschaften im ganz besonderen Licht, wie etwa ein Sonnenuntergang in einem Moor bei mir vor der Haustür, das Foto der Bäreninsel vor Spitzbergen, das Packeis am Nordpol oder die imposanten Gipfel des Himalaya.

Welchen Artikel auf Deinem Blog findest Du selbst am besten und warum bedeutet er Dir soviel?

Unter https://www.breitengrad66.de/2018/03/06/reise-kamera/ habe ich einen Artikel veröffentlicht, der mir besonders viel bedeutet. Es geht um Tipps zur Fotoausrüstung von Reisebloggern. Mir bedeutet er nicht nur sehr viel, weil er besonders oft aufgerufen wird und damit sicher viele Leser Inspirationen bekommen, wie sie selbst gute Fotos machen können, vor allem ist mir dieser Artikel wichtig, weil ich ihn nicht alleine geschrieben habe. Viele andere Blogger haben darin bereitwillig mitgeholfen Tipps für fotobegeisterte Menschen zu geben. Diese Bereitschaft, eigene Erfahrungen und eigenes Wissen zu teilen, bedeutet mir sehr viel.

Du bist oft auf Fotosafaris in Deutschland, Europa und der Welt. Fasziniert dich die heimische Natur immer noch?

Ich hatte das Glück in vielen spannenden Gegenden auf unserem Planeten fotografieren zu können. Diese Erfahrungen waren absolut großartig. Dennoch liebe ich die heimische Natur. Es gibt bei uns so viele unterschiedliche Landschaften, die es zu entdecken lohnt und an denen wir oft einfach vorbei fahren ohne zu wissen, wie schön es dort ist. Gerade neulich habe ich erst Brandenburg für mich entdeckt. Eine Gegend, die so voller Wild ist, dass man auch dort Tierfotos ohne Ende schießen kann. Unter https://www.breitengrad66.de/2019/04/24/brandenburg-wald-moor-fotosafari/ habe ich darüber berichtet.

Wie heimatverbunden bist du?

Tatsächlich war ich es lange Zeit gar nicht. Mich hat es immer raus in die Welt gezogen. Desto weiter weg, desto besser. In letzter Zeit lerne ich es aber immer mehr schätzen, in welch tollem Land wir leben. Allein die ganzen Wälder – wo in Europa gibt es schließlich noch etwas Vergleichbares? Ich habe mir fest vorgenommen in nächster Zeit noch mehr von Deutschland zu erkunden.

Was willst du unbedingt noch sehen und erleben auf der Welt?

Ich bin absoluter Polar-Fan. In den Norden Kanadas würde ich am liebsten ständig wieder fliegen. Doch es gibt noch den ein oder anderen großen Wunsch, den ich mir bisher leider nicht erfüllen konnte. Ganz oben auf meinem Wunschzettel stehen dabei vor allem Spitzbergen und die Antarktis.

Was würdest Du abschliessend Deinen Lesern zum Thema Natur sagen wollen?

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wann, wie und wo er die Natur genießen möchte. Den Lesern etwas zu sagen, fände ich daher doof. Viel lieber würde ich die Leser auch etwas fragen. Mich würde interessieren, wo es euch am besten gefallen hat, was eure schönsten Plätze in Deutschland sind und welche Naturerfahrungen ihr machen konntet. Dann kann ich mich auch am Schreibtisch – wenn ich gerade nicht in die Natur kann – wenigstens kurz dorthin träumen.

Information

Gern kannst du Thomas im www besuchen und dort weiter stöbern. breitengrad66.de findest du zum Beispiel hier:

Webseite: www.breitengrad66.de

Vielen lieben Dank an Thomas für das Beantworten meiner Fragen! Solltest du noch Fragen an Thomas haben. dann ab damit in die Kommentare.

Möchtest du auch in einem Interview befragt werden, melde dich einfach bei mir oder lies meinen Beitrag über #blogger4natur.