#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

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In meiner Reihe #blogger4natur möchte ich Blogger und andere verrückte Menschen interviewen, denen die Natur am Herzen liegt. Dabei lege ich bewusst Wert darauf, euch eine breite Palette von naturbegeisterten Menschen vorzustellen. Denn Natur schützen fängt meiner Meinung nach mit dem Begeistern für die Natur an.

#blogger4natur

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

Beschreibe bitte kurz, wer Du bist!

Wir sind Tom, Kristina und Mo aus Salzburg. Wir sind wirklich gerne draußen. Und in Bewegung. Wir lieben die Natur. Und wir möchten, dass auch unsere Enkel sie noch so erleben können, wie wir das jetzt dürfen

Erzähle uns doch bitte etwas über Deinen Blog. Wie ist sein Name und welche Geschichte steht dahinter?

Unser Blog „Adventure & Mo“ entstand recht bald nach der Geburt von unserem wichtigsten Team-Mitglied Mo. Kristina und ich waren auch vor Mo’s einsteigen ins Familiengeschäft gerne und viel draußen unterwegs. Nachdem bei der letzten planmäßigen Voruntersuchung noch nichts auf eine baldige Geburt hindeutete, gönnten wir uns noch eine letzte – unter anderen Umständen gemütliche – Bergtour zu zweit zur Feichtensteinalm. Als Mo dann etwa 12 Stunden später in unser Leben trat, war für mich recht bald klar, dass auch ich Anspruch auf meine Papa-Karenz-Zeit nehmen würde. Obwohl auch ich mich mit dieser Entscheidung in gewisser Weise ins kalte Wasser stürzte, überraschte es mich doch ein wenig, dass nicht wenige (werdende) Väter in meinem Umfeld keine oder nur eine sehr kurze Karenzzeit beantragten. Für mich war klar, dass ich mindestens 40% der Zeit übernehmen würde, auch weil ich mich schon unbändig auf einen Sommer voller Papa-Sohn-Mini-Natur-Abenteuer freute. Etwa 7 Monate später – nach einer gemeinsamen Schneeschuhwanderung über einen See im Koli-Nationalpark in Finnland – entschied ich mich dann unsere gemeinsamen Outdoor-Abenteuer für mich und andere zu dokumentieren.

Welchen Bezug hast Du zur Natur? Engagierst Du dich im Natur- oder Umweltschutz?

Ich bin in einem kleinen Städtchen im schönen Odenwald großgeworden und hab schon seit meiner Kindheit viel Zeit draußen verbracht. Schon damals hat es mich beim Spielen im Wald gestört, wenn wir auf wilde Müllkippen stießen. Die Implikationen der regenbogenfarbenen Schlieren in der Pfütze neben einem rostigen Ölfass waren mir aber erst später richtig bewusst. Irgendwann fing ich dann an – im Rahmen meiner Möglichkeiten – Müll unterwegs aufzusammeln. Dabei kamen nicht selten beachtliche Mengen zusammen. Daraus entwickelte sich nach und nach eine Art Obsession – oder Tick? Das änderte sich auch mit meinem Umzug nach Österreich nicht. Seit einiger Zeit engagieren wir uns aktiv für Zero Waste Austria als offizielle Botschafter für Salzburg – mit dem Ziel uns selbst und anderen zu helfen die richtigen Schritte in eine nachhaltigere Zukunft zu gehen.

Worin liegt Dein Schwerpunkt in der Beschäftigung mit der Natur?

Puh, das ist schwer zu pointieren. (Berg-)wandern, Mountainbiken, wenn’s geht Kitesurfen, Klettern & Bouldern, das trifft es glaube ich ganz gut. Alles natürlich – das Kitesurfen mal etwas ausgeklammert – mit Mo im Schlepptau. Man merkt, dass es ihm – und uns als Familie – wahnsinnig gut tut sich mit uns draußen auszupowern.

Wie oft bist Du draussen unterwegs?

Sooft es geht. Wir legen die meisten Wege mit dem Rad zurück, sonst sind wir zu Fuß unterwegs. Am Wochenende geht es dann meistens raus aus der Stadt.

Dein bestes Naturerlebnis war … ?

Bei eisiger Kälte das volle Farbspektrum der Polarlichter zu sehen, obwohl wir die Suche schon fast aufgegeben hatten. Plötzlich verzogen sich die Wolken und die Aurora Borealis zeigte sich. Zuerst als kaum sichtbare grünliche Flecken, dann als breite wabernde Bänder über den ganzen Himmel, die sich schließlich sogar rot verfärbten. Absolute Gänsehaut – nicht nur wegen der Kälte.

Welche Bedrohung ist Deiner Meinung nach die schwerwiegendste für unsere Natur?

Kurz: Unsere Dummheit und Ignoranz. Unsere Gier und Bequemlichkeit. Und der Glaube daran, dass es schon irgendwer anderes richten wird. Wir steuern unseren blauen Planeten seit Jahrzehnten (wenn nicht Jahrhunderten) sehenden Auges auf Katastrophenkurs. Obwohl wir wissen, dass unsere Ressourcen endlich sind, geben wir immer mehr und mehr Gas, immer das magische „Wachstum“ als allheilbringendes Mittel im Fokus. Immerhin tut sich in der jüngeren Generation einiges. Aber wenn wir uns z.B. anschauen, wie der Kohleausstieg verzögert wurde, und wie wenig jeder Einzelne bereit ist seinen Beitrag zu leisten, sieht’s echt ein wenig düster aus.

Wie sieht es mit Deinem persönlichen ökologischen Fussabdruck aus?

Puh, wir sind noch weit entfernt vom Ideal. Obwohl wir kaum Auto fahren (aktuell haben wir gar keines) und unseren Fleischkonsum auf ein Minimum reduziert haben, müllreduziert und meist lokal-saisonal einkaufen, die meisten Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen, viele Gegenstände gebraucht kaufen oder upcyclen, haben wir noch einiges zu optimieren. Einen besonders großen Teil unseres ökologischen Fußabdrucks machen wohl unsere Reisen aus.

Als welche Art von Fotografen würdest Du Dich beschreiben und mit welchem Kameraequipment bist Du unterwegs?

Kristina hat ein sehr gutes Auge für Situationen und besondere Augenblicke. Sie hat das Talent (oder die Fähigkeit) berührende Fotos zu schießen. Ich dagegen bin mehr der Kamera-Techniker. Ich wage zu behaupten, dass ich die meisten Fotografietechniken und Technikspielzeuge verstehe. Ich war schon mit einem selbstgebauten Kameraslider auf schneebedeckten Bergen um bewegte Zeitraffer zu schießen, bei Minusgraden und völliger Dunkelheit Fotos von der Spitze des Gaisbergs in Salzburg gemacht. Ich kann Dir auch mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, warum ein Foto technisch nicht gut geschossen wurde. Leider fehlt mir noch immer ein wenig der Blick für’s Framing. Das kann Kristina, dafür darf ich unsere Fotos nachbearbeiten.

Unterwegs sind wir neuerdings mit einer Sony a6400 mit Samyang 12mm 2.0 für Landschaftsaufnahmen und dem Sony 18 – 135mm als immerdrauf (alles runderneuert gebraucht gekauft), mit unserer leicht angestaubten Canon 550D mit allerlei Objektiven verschiedener Qualität, einer GoPro Hero 7 Black fürs Grobe, Nasse und Anstrengende und natürlich unseren Smartphones.

Zeige uns doch einmal bitte Deine fünf besten Naturfotos. Schön wäre es, wenn du ein bis zwei Sätze dazu sagen könntest.

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

Aurora Borealis: Wir hatten nur drei Nächte nördlich des finnischen Polarkreises und die Prognosen standen aufgrund dichter Bewölkung nicht gut, die Nordlichter tatsächlich zu Auge zu bekommen. Wir entschieden uns trotzdem schlafenden Mo gegen 22:00 Uhr einzupacken und die hell erleuchtete Stadt zu verlassen. Alleine einen dunklen Ort zu findenwar gar nicht so einfach. Mehrfach landeten wir beim Versuch am Zaum zum militärischen Sperrgebiet. Wir wollten schon aufgeben, da sahen wir plötzlich ein leichtes grünliches Schimmern am Himmel… Canon EOS 550D – Sigma 10-20 mm F4,0-5,6

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

Dieses Foto entstand auf Nusa Ceningan. Ich war auf der Suche nach dem lokalen Surfspot und fand mich auf der Klippe wieder, die beste Welle vor Ort 15m unter mir. Canon EOS 550D – 18-55mm Kit II

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

Ebenfalls Bali: Der Affentempel in Ubud. Die frechen Affen haben diese Gegend fest im Griff. Wer so leichtsinnig ist Essen im Rucksack mitzubringen, darf sich darauf einstellen attackiert und ausgeraubt zu werden. In unserem Fall wurden Mo’s Schnuller geklaut, davon gibt’s aber kein schönes Foto, weil ich in Schockstarre verfiel, als der Affe mir im Nacken saß. Canon EOS 550D – 18-55mm Kit II

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

Ein Sonnenuntergang am zugefrorenen Obersee in Arosa, Schweiz. GoPro Hero 7

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

Das Foto entstand von El Roque Bentayga, einer Felsnadel im grünen Herzen Gran Canarias. Das Bild zeigt, warum das Zentrum der Insel von RennradfahrerInnen geliebt und von den meisten Pauschaltouristen gemieden wird. Canon EOS 550D – 18-55mm Kit II

#Blogger4Natur Interview mit Adventure & Mo

In den Bergen rund um Salzburg halten wir uns in unserer Freizeit am liebsten auf. Das Bild zeigt den perfekten Sommertag in den Bergen. GoPro Hero 7

Welchen Artikel auf Deinem Blog findest Du selbst am besten und warum bedeutet er Dir soviel?

Mir bedeuten meine frei von der Seele geschriebenen „Aspekte“ sehr viel. Sie sind fast ungefiltert in die Tastatur geflossen und handeln immer von Herzensangelegenheiten. Dinge die mir unter den Nägeln brennen. Die mich nachts nicht schlafen lassen. Oder über die ich mich ewig aufrege. Einer dieser Artikel behandelt unseren sorglosen Umgang mit unserem Müll. Leider erreichen diese Artikel noch zu wenige unserer Leser. Wahrscheinlich, weil sie eher unangenehm für den Leser sind. Weil sie sticheln und auch ein wenig anklagen – auch immer ein bisschen mich selbst.

Der Untertitel Eures Blogs lautet OutdoorAbenteuerLeben & Kleinkind – Ein Erklärungsselbstversuch. Was wollt ihr erklären?

Haha, das war eins meiner neunmalklugen Wortspiele. Ich wollte damit ausdrücken, dass ich mir auch selbst oft erklären muss, wie das eigentlich gehen soll mit Kleinkind draußen. Warum bestimmte Dinge, die ganz naiv einfach erscheinen, so kompliziert werden können. Und warum man manche Dinge einfach machen muss um den tieferen Sinn zu verstehen. Das Ganze ist ein wunderbarer Selbstversuch, bei dem wir uns immer wieder neu erfinden (müssen). Der Blog dient also im weiteren Sinne auch unserer Identitätsbildung, Selbstfindung und Weiterentwicklung.

Inzwischen haben wir den Untertitel übrigens geändert, da sich 2020 bei uns einiges ändern wird und sich unser Fokus etwas geschärft hat.

Euer Nachwuchs ist ja nun noch klein. Denkt ihr, dass der von Euch gelebte Nachhaltigkeitsstil bei ihm Zukunft hat?

Ja, das hoffen wir sehr. Mo kann schon jetzt sehr rebellisch sein, deshalb bin ich überzeugt davon, dass er seinen Weg gehen wird. Ich denke, dass sein Bezug zur Natur durch unsere vielen gemeinsamen Outdoor-Aktivitäten maßgeblich geprägt wird. Und ich bin sicher, dass ein persönliches Verständnis der Natur es viel einfacher macht sie aktiv zu bewahren.

Auf Eurem Blog gibt es viele Tipps zur Nachhaltigkeit im Alltag. Gibt es da eigentlich auch negative Rückmeldungen der Leser?

Nein.

Was würdest Du abschliessend Deinen Lesern zum Thema Natur sagen wollen?

Unser blauer Planet und seine Natur sind unser Ursprung und unsere Bestimmung. Auch wenn wir technologisch noch so fortschrittlich sein mögen, sind wir nichts ohne die unendliche Vielfalt und Schönheit der Natur. Wir müssen langsam einsehen, dass sich unser Lebensstil nicht mit einer intakten Natur vereinbaren lässt. Ich will da auch gar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger deuteln, das steht mir nicht zu. Aber wenn wir es nicht schaffen uns zu mäßigen, die Natur zu achten und unseren Wohlstand ein wenig gerechter zu verteilen, sehe ich schwarz für unsere Zukunft. Und da muss ich genauso etwas ändern wie die meisten anderen.

Information

Gern kannst du Mo, Kristina und Tom im www besuchen und dort weiter stöbern. Adventure & Mo findest du zum Beispiel hier:

Webseite: www.adventuremo.de

Vielen lieben Dank an Tom für das Beantworten meiner Fragen! Solltest du noch Fragen an ihn haben. dann ab damit in die Kommentare.

Möchtest du auch in einem Interview befragt werden, melde dich einfach bei mir oder lies meinen Beitrag über #blogger4natur.

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