Wieder einmal ist es Zeit für ein neues #blogger4natur – Interview. In meiner Reihe #blogger4natur möchte ich Blogger und andere verrückte Menschen interviewen, denen die Natur am Herzen liegt. Dabei lege ich bewusst Wert darauf, euch eine breite Palette von naturbegeisterten Menschen vorzustellen. Denn Natur schützen fängt meiner Meinung nach mit dem Begeistern für die Natur an. Wenn du auch Lust darauf hast, hier ein Interview zu geben, dann meld dich doch einfach bei mir!

#Blogger4Natur: Patrick Pohlmann von Reise- und Naturfotografie

Heute: Domenik von Naturfotografie Domenik Schmid

Hallo Domenik,

danke für dein Interesse, mit einem Interview bei #blogger4natur mitzuwirken. Hier sind nun die Fragen:

Beschreibe bitte kurz, wer Du bist!

Hallo, mein Name ist Domenik Schmid ich bin 16 Jahre jung und bin leidenschaftlicher und ambitionierter Tier-und Naturfotograf. Ich wohne derzeit im ländlichen Raum von Hannover etwa 30 Kilometer von der Stadt entfernt.

Erzähle uns doch bitte etwas über Deinen Blog. Wie ist sein Name und welche Geschichte steht dahinter?

Ich persönlich führe selbst keinen Blog. Jedoch poste ich meine Bilder auf meinen Social Media Plattformen (Instagram und Facebook). Ich möchte mit meinen Bildern und den passenden Texten die ich zum jeweiligen Bild verfasse, die Menschen wieder näher zur Natur zurückholen und sie über Zusammenhänge und einzelne Tier- sowie Pflanzenarten in der Natur und unseren Ökosystemen informieren.

Welchen Bezug hast Du zur Natur? Engagierst Du dich im Natur- oder Umweltschutz?

Ich habe seit Kindheitstagen schon immer einen Bezug zur Natur gehabt. Ich war schon als kleiner Junge von der Natur und den Tier- und Pflanzenarten fasziniert und darum war und bin ich auch immer, wenn es zeitlich passt, zum Spielen in der Natur mit meinen Freunden unterwegs gewesen, in dem wir einfach Fahrrad gefahren sind oder wir uns auf einem stillgelegten Zuckerrübengelände Hütten gebaut hatten. Zudem habe ich statt zu zocken oder irgendwelche Serien zuschauen, lieber Tier- oder Naturdokumentationen angeschaut und mir somit auch schon früh einiges an Hintergrundwissen angeeignet. Natürlich besaß ich zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht das Wissen, über welches ich mittlerweile verfüge. Im Alter von 12-13 Jahren hat sich das ganze dann viel weiter in mir vertieft und ich begann mir fachliches Wissen anzueignen und verstand mittlerweile viele Zusammenhänge in der Natur. Zudem wünschte ich mir zu Weihnachten im Gegensatz zu anderen, die sich lieber ein neues Computerspiel wünschten, eine Wildkamera, um mit ihr noch tiefere Einblicke in die Tierwelt zu erlangen. Diese Wildkamera nutze ich übrigens auch heute noch, um mit ihr die Tagesabläufe und die Lebensweise vieler Tierarten zu erforschen, um am Ende effektiv zu fotografieren. Nachdem ich dann eine Zeitlang nur mit der Wildkamera unterwegs war und diese an spezielle Orte gehangen habe, entdeckte ich zusätzlich noch die Leidenschaft zur Naturfotografie, welche mich von dort an nicht mehr losgelassen hat und welche ich auch heute noch mit vollem Einsatz ausübe.

Worin liegt Dein Schwerpunkt in der Beschäftigung mit der Natur?

Mein Schwerpunkt liegt darin, Personen deutschlandweit über die einheimische Natur und deren Tier- und Pflanzenarten zu informieren, um diese bestmöglich schützen und somit erhalten zu können. Ich möchte den Menschen klar machen, dass wir auch direkt vor unserer ,,Haustür’’ NOCH über eine beeindruckende Artenvielfalt verfügen und, dass es nicht immer nur der Bengalische Tiger oder der Elefant in Afrika es wert sind, geschützt zu werden und auf die wir Rücksicht nehmen müssen, sondern, dass wir auch direkt vor unserer Haustür Lebewesen und Ökosysteme haben, die es Wert sind geschützt und für nachfolgende Generationen erhalten zu werden. Darin liegt meine Motivation früh morgens und abend’s bei Wind und Wetter hinauszugehen, um Fotos von Tieren und Pflanzen zu machen, auf welche wir aufmerksam machen müssen.

Wie oft bist Du draussen unterwegs?

Also in der Regel bin ich täglich draußen unterwegs, im Durchschnitt so ca. 4-5 mal die Woche, insofern ich es zeitlich und mit der Schule vereinbaren kann. Aber ich versuche so oft wie möglich draußen zu sein.

Dein bestes Naturerlebnis war … ?

Ich hatte schon wirklich sehr viele schöne Naturerlebnisse mit verschiedensten Tieren, Pflanzen und Wetterphänomen und jedes hat seine ganz eigene Eigenschaft, mich zu faszinieren. Aber, wenn ich mich entscheiden muss, würde ich das alljährliche Erlebnis im Frühling-Sommer vor einem Fuchsbau zu sitzen, in dem Jungfüchse zur Welt gekommen sind, als herausstechendes Erlebnis beurteilen. Meiner Meinung nach ist das Fotografieren von Jungfüchsen, welche vor ihrem Bau die Welt spielerisch erkunden, einer der schönsten Momente in der Naturfotografie. Natürlich gibt es auch hier eine gewaltige Liste von Regeln, welche man beim Fotografieren von Jungfüchsen vor ihrem Bau einhalten muss, um die Tiere auf keinen Fall zu stören, denn das Thema Jungfüchse vor ihrem Bau zu fotografieren ist ein sehr komplexes Thema, welches viel Fachwissen, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein braucht.

Welche Bedrohung ist Deiner Meinung nach die schwerwiegendste für unsere Natur?

Ich glaube, die größte Bedrohung, welche die Natur bzw. unsere Welt hat, ist der Mensch selbst. Wir Menschen sind derzeit meiner Meinung nach auf dem besten Weg in eine Abwärtsspirale bzw. wir stecken schon mitten darin, in welcher wir früher oder später, wenn wir unser System nicht anders mit unserem Planeten umzugehen überdenken, uns selbst ausrotten könnten. Es hört sich vielleicht doof an, aber meiner Meinung nach sind wir derzeit schlicht und ergreifend zu viele Menschen auf diesem Planeten. Wer das System der Ökosysteme ein wenig kennt, weiß, dass wenn mehrere Mitglieder eines Ökosystems verschwinden, das jeweilige Ökosystem dann ins Schwanken kommt und früher oder später ausstirbt. Auch wir Menschen sind Teil eines Ökosystems und leben von der Natur, wenn also wir Menschen weiter so intensiv wirtschaften ohne Rücksicht auf die Natur, wird auch unser Ökosystem irgendwann in Bedrängnis kommen, weil wir andere schwächere Arten in unserem Ökosystem ausrotten und somit wird es irgendwann auch für uns schwierig mit den Klimaveränderungen und der immer weiter sickernden Artenvielfalt Nahrung anzubauen und zu überleben. Dazu gibt es auf YouTube ein sehr interessantes Video von Dirk Steffens, welches das alles gut zusammen fast. Hier der Link zum Video: https://youtu.be/kMtof5YnMol

Wie sieht es mit Deinem persönlichen ökologischen Fussabdruck aus?

Selbstverständlich besitze auch ich einen ökologischen Fußabdruck, allerdings versuche ich ihn einigermaßen in Schach zu halten. Natürlich habe ich auch noch gar nicht die Möglichkeiten, wie Erwachsene, welche Auto fahren, Flugzeug fliegen und Schiffsreisen machen oder generell viel durch die Welt reisen. Trotzdem achte ich bewusst darauf, meinen ökologischen Fußabdruck zu beschränken. In dem ich viel für kleine Strecken im Dorf mit Fahrrad fahre und für weitere Fahrten soweit es geht die Bahn nutze. Ich finde aber wir Menschen sollten grundsätzlich mal so manche Sachen überdenken und sollten uns öfters mal selbst fragen, bevor wir eine Entscheidung fällen: Muss das wirklich sein? Brauche ich das jetzt wirklich? Muss ich wirklich eine Schiffsreise oder einen Flug um die Welt machen? Oder sollte ich im Dorf statt bequem das Auto nicht einfach mal mein Fahrrad wieder nutzen? Ich glaube auch, wir Menschen sollten uns einfach mal selbst an die eigene Nase fassen und das wirklich jeder einzelne auf dem gesamten Planeten für sich! Ich glaube, ich bin einer der wenigen, die nicht auf dem Sofa sitzen und bei den Klima- und Umweltproblemen sich an den Kopf fassen und wieder gegen die Politiker/innen meckern und diese für fehlende Handlungen schuldig für unsere Umweltprobleme machen. Ich finde wir sollten nicht immer nur alle Schuld und Probleme, die wir haben, auf die Politik schieben, auch, wenn diese wohl natürlich dagegen etwas unternehmen könnte. Aber letztlich sind es nicht die Politiker in Berlin oder Brüssel, die die Macht in unserem Land oder in Europa haben sondern es ist jeder einzelne von uns und viele zusammen können auch vieles mitbestimmen und bewegen. Darum, wenn du wieder einmal vorm Fernseher sitzt und dich über die Politik aufregst, dann stell dir doch erstmal selbst die Frage, was du ändern kannst, damit sich etwas bewegt und verbessert.

Als welche Art von Fotografen würdest Du Dich beschreiben und mit welchem Kameraequipment bist Du unterwegs?

Also ich bin Naturfotograf und würde mich also sehr geduldigen, leidenschaftlichen, interessierten und planverrückten Fotografen bezeichnen, weil ich eigentlich meine Ausflüge und Ziele, welche Tiere ich noch fotografieren möchte, bis ins kleinste Detail durchplane, um dann effektiver fotografieren zu können. Mein Equipment besteht aus einer Nikon D7500, D3400 einem Tamron 150-600 f.5-6.3 dazu aus einem Sigma 18-35mm f.1.8 und noch diversen anderen Objektiven, Stativen, Filtern und sonstigen Sachen die man halt so braucht.

Zeige uns doch einmal bitte Deine fünf besten Naturfotos. Schön wäre es, wenn du ein bis zwei Sätze dazu sagen könntest.

Welchen Artikel auf Deinem Blog findest Du selbst am besten und warum bedeutet er Dir soviel?

Da ich keinen Blog führe, würde ich hier wieder auf die Bilder und die Texte auf meinen Social Media Plattformen verweisen. Aber in meinem Feed auf Instagram und Facebook bin ich eigentlich auf jedes Bild und den dazu gehörigen Text stolz und jeder Beitrag bedeutet mir etwas.

Wie nehmen deine Freunde und deine Familie oder generell dein Umfeld deine Leidenschaft zur Natur und zur Fotografie war?

Also ich bekomme eigentlich nur positives Feedback aus meinem Umfeld. Natürlich kenne ich aber mittlerweile die Reaktionen, wenn ich irgendwem unbekanntes mich vorstelle und dann als Hobby die Naturfotografie erwähne. Es gibt dann oft Leute, die das gar nicht verstehen und denen ich dieses doch eher ungewöhnliche Hobby dann erstmal erklären muss. Aber spätestens, wenn ich diesen Menschen dann meine Bilder zeige, sind die meisten völlig begeistert und glauben mir erst einmal nicht, dass ich diese Bilder gemacht habe. Bei vielen wecke ich damit dann auch Interesse und ich bin selbst oft überrascht, wie groß das Interesse an dieser Thematik ist. Aber das ist ja genau das, was ich möchte. Ich möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen und Ihnen mehr über dieses Thema erzählen.

Bist du bei deinen Ausflügen in der Natur und beim Fotografieren allein oder in Gesellschaft unterwegs?

Ich habe einen Freund, der auch Naturfotografie betreibt. Natürlich ist es schön jemanden dabei zu haben, mit dem man die gleichen Interessen verbindet. Allerdings bin auch sehr gerne alleine unterwegs, oftmals bekommt man somit zudem bessere Aufnahmen, weil ich somit konzentrierter und fokussierter arbeiten kann und mich nur auf mich selbst konzentrieren muss, was ich mache und nicht was der andere macht. Zusätzlich genieße ich diese Ruhe, wenn man einfach wirklich mal an Stellen ist, wo man nur alleine ist und somit mal in sich gehen kann und einfach mal über Sachen nachdenken kann, über welche man im normalen, oft stressigen Alltag sonst nicht nachdenken kann.

Wie gehst du beim Fotografieren auf fremden Grundstücken und privatem Gelände vor? Was tust du, um eine Erlaubnis für das jeweilige Gebiet zu erhalten?

Eine sehr interessante und wichtige Frage! Denn nicht überall, wo man ein passendes Motiv gefunden hat, darf man auch ohne weiteres fotografieren. Grundsätzlich gilt, dass es sich gehört, vorher den Grundstückseigentümer zu fragen oder zu kontaktieren ob man auf seinem Grundstück fotografieren darf. Denn nur so kommt man gesetzlich niemals in Schwierigkeiten. Zudem sind die meisten Leute,  die ich frage, immer total freundlich und offen zu mir. Oftmals kennen diese Personen sich selbstverständlich auf ihrem eigenen Grund und Boden am besten aus und kennen gegebenenfalls noch weitere Hintergrundinformationen zum jeweiligen Motiv. Zudem hat man nach genauer Absprache mit dem Grundstücksbesitzer keine Konfrontationen und kann dementsprechend in Ruhe vorort fotografieren, ohne Angst haben zu müssen, dass jemand kommen könnte, der einem etwas anhaben könnte. Also von da aus einfach offen sein und den Grundstückseigentümer fragen, ob man auf seinem Gelände fotografieren kann dann kommt der Rest schon von alleine.

Was würdest Du abschliessend Deinen Lesern zum Thema Natur sagen wollen?

Abschließend möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Torsten Berg für die Anfrage auf dieses Interview bedanken. Ich hoffe, das Interview hat euch gefallen und hoffentlich konnte ich dir damit ein paar Ansichten aus meiner Sicht mit auf den Weg geben. Solltest du dich auch für das Thema Natur und / oder Fotografie interessieren, würde ich mich freuen, wenn du mir einfach über eine der verlinkten Social Media Plattformen schreibst und mir dein Feedback zu diesem Interview geben würdest. Ansonsten wünsche ich auch dir weiterhin viel Spaß und Freude an der Natur, aber denk dran, wir Menschen müssen in vielen Dingen etwas ändern,  ansonsten werden wir langfristig starke Probleme bekommen, die schlimmer als jede bisherige Krise sein werden.

Liebe Grüße Domenik Schmid

Information

Gern kannst du Domenik im www besuchen und dort weiter stöbern. Du findest sie zum Beispiel hier:

Vielen lieben Dank an Domenik für das Beantworten meiner Fragen und das wirklich schöne und persönliche Interview! Toll, dass sich ein so junger Mensch so für die Natur interessiert!

Solltest du noch Fragen an Domenik haben, dann ab damit in die Kommentare.

Hast du auch Interesse an einem Interview in meiner #Blogger4Natur Serie? Dann meld dich einfach bei mir!