Besuch im Luftschutzbunker – über den Dächern von Bremen

In den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit zu einem Besuch im Luftschutzbunker. Da mich solcherart alte Gebäude und Lost Places sehr interessieren, habe ich natürlich nicht lange gezögert und zugesagt.

Besuch im Luftschutzbunker

Luftschutzbunker zum Schutz der Zivilbevölkerung

Noch heute sind diese Bunker in unterschiedlicher Bauart im Bremer Stadtgebiet zu finden. Neben den bekannten Tiefbunker kann man vor allem die markanten Hochbunker im Stadtgebiet sehen. Einige davon sind begehbar und in Nutzung. Andere führen ein eher vergessenes Dasein oder wurden mittlerweile abgerissen. Mein Besuch im Luftschutzbunker führte mich zum Bunker F47.

Der Bunker wurde 1943 erbaut und bot Schutz für 2.200 Personen. Charakteristisch ist die pyramidenartige Bauweise. Der Bunker verjüngt sich nach oben hin wie eine Pyramide. Ebenso sind die umgebenden Grundplatten vom Bunker abgehend geneigt. Diese Bauweise sollte bei Bombentreffern dafür sorgen, dass die Bomben vom Gebäude weg abgeleitet werden. Somit wurde eine Beschädigung bei Bombentreffern gering gehalten.

Besuch im Luftschutzbunker

Mein Besuch im Luftschutzbunker führte über die Dächer von Bremen

Nach dem Krieg wurde der Bunker nutzlos. Allerdings untersuchte die Bundesrepublik die Statik und hielt den Bunker geeignet, um in den Zeiten des Kalten Krieges ebenfalls Schutz zu bieten. Dementsprechend wurde der Bunker umgebaut und bis in die 1980er Jahre als Luftschutzbunker genutzt.

Der Bunker beherbergte auch die Warndienst-Leitmeßstelle 21 mit eigener ABC-Aufnahme und -Auswertung sowie Wasch- und Schlafräumen für das Betriebspersonal. Von hier aus konnte Luft- und ABC-Alarm für das Stadtgebiet von Bremen ausgelöst werden. Übergeordnete Stelle war das Warnamt II in Bassum.

Zur Zeit wird der Bunker einer neuen Nutzung zugeführt. Hier wird nun ein modernes Ärztehaus entstehen. Dieses soll das umliegende Wohnquartier aufwerten. Noch ist einiges von der alten Nutzung zu sehen. Natürlich habe ich meinen Besuch im Luftschutzbunker auch fotografisch dokumentiert.

HDR und Langzeitbelichtung in Lost Places wie dem Luftschutzbunker

Die Fotos sind meist als HDR und in Langzeitbelichtung aufgenommen. Meine Vorgehensweise dazu habe ich in meinem Artikel Denkort Bunker Valentin – Langzeitbelichtung und HDR beschrieben.

Besuch im Luftschutzbunker

Ganz besonders gelungen finde ich das obere Foto. Es zeigt den oberen Aufgang zur Plattform mit seinen Leuchtbalken. Die Exif-Werte dazu sind: F/10; 20 sek; ISO 200; 24 mm WW. Dieses Foto wurde aus drei einzelnen Aufnahmen zu einem HDR zusammengefügt. So ungefähr muss es während einer Bombennacht ohne Beleuchtung im dunklen Bunker ausgesehen haben. Was meint ihr dazu?

Hallo, ich bin Torsten. Das Leben machte mich zum Optimisten mit Lebenserfahrung, Abenteurer, Naturschützer, Forstarbeiter, Logistiker, Journalist, Eurovisionär, Sammler, Schriftsteller, Künstler …

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