DSCN5708Mit steigendem Bedarf an Holz und Holzkohle für Bergbau, Hüttenwesen und der aufstrebenden Industrie wurde in den Randbereichen der Gebirge das vorhandene Holz immer knapper.

So mussten immer abgelegenere Stellen im Wald aufgesucht werden.

Schliesslich kamen auch die ersten Köhlerfamilien in die Gegend nach Waldesruh. Hier fanden sie in einem geschützten Tal Unmengen von Holz vor, zudem sorgte der nahe liegende Bach für das für den Betrieb von Kohlenmeilern notwendige Wasser.

Der Wald bot neben der Erwerbsquelle der Holzkohleproduktion auch noch Nahrung in Form von Wild und Pflanzen. Zudem konnte auf den gerodeten Flächen  kleine Äcker und Behausungen angelegt werden. Der Abtransport der Holzkohle erfolgte meist mit Ziegen- oder auch Pferdekarren.

Als der Minister für Staatssicherheit der DDR, Erich Mielke plante, das Gebiet um Waldesruh als Staatsjagdgebiet auszuweisen, hatte er auch den Ausbau der schon existierenden Forsthütte zu seinem Jagddomizil im Sinn. Bei den ersten Arbeiten am Fundament wurden verfärbte Stellen im Boden, Scherben und Knochenreste gefunden. Dann jedoch kam die politische Wende in der DDR und somit das Staatsjagdgebiet zur Geschichte.

Was tun mit der aufgelassenen Baustelle? Archäologen des Kreismuseums untersuchten die Baustelle und fanden noch Reste einer frühen Siedlung. Dank Radiokohlenstoffuntersuchung konnten diese gefundenen Holzpfähle in die Zeit um ca. 800 nach Christus datiert werden. Weitere Grabungen förderten noch mehr Scherben, Knochen und auch Hausrat zu Tage. Diese Funden legen nahe, dass sich an dieser Stelle eine frühzeitliche Köhlersiedlung mit drei Familien befunden hat. Sämtliche Funde sind im Geschichtsmuseum der Kreisstadt ausgestellt bzw. lagern dort im Archiv.

Somit kann mit Recht behauptet werden, dass der Ursprung von Waldesruh an der Stelle des Forsthauses liegt. Der heutige Ortskern entwickelte sich erst Jahrhunderte später – doch das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Nach den archäologischen Grabungen am Forsthaus wurde die Baustelle ohne weitere Änderungen am Grundriss fertig gestellt und biete heute wieder Unterkunft als Försterei für unseren Förster Grünrock.