Förster Grünrock ist unterwegs zu seinen Waldarbeitern, die zur Zeit mit der Aufforstung im Wald von Waldesruh beschäftigt sind. Mit ihm zusammen unterwegs ist unser Reporter Edgar Ente, der einmal von dieser spannenden Tätigkeit berichten möchte. Arbeiten, wo andere Urlaub machen! Als Sozius auf dem Moped vom Förster knattern beide den engen Natternstieg hinauf zu der Fläche, auf der die Arbeiter heute mit der Arbeit beginnen wollen.

Aufforstung im Wald von Waldesruh

 

Am Ziel angekommen, steigen beide vom Moped ab und der Förster beginnt zu erzählen: “Schon lange führen wir keinen großflächigen Kahlschlag auf unseren Flächen mehr durch. Wir entnehmen die Bäume vielmehr einzeln aus den Beständen. Dadurch entsteht mitten im Wald eine kleine Lichtung, auf der das Licht bis zum Boden dringen kann. Das ist dann auch der Moment, wo die kleinen Bäume aus der Naturverjüngung anfangen zu wachsen. Meistens brauchen wir dann nicht mehr viel zu tun. Wir begleiten die Bäumchen dann einfach nur in ihren ersten Lebensjahren.”

Anders sehe es auf den Flächen aus, die immer noch mit der hier untypischen Monofichtenkultur bestanden sind. “Wenn diese Flächen schlagreif sind, dann fällen wir diese Bäume. Das sind dann die kleinen Kahlschlagsflächen, die man ab und zu im Walde sieht. Auch wenn durch Sturmschäden oder Waldbränden der Bestand vernichtet ist, holze man diese Fläche ab. Darauf werde dann ein gesunder Mischwald gepflanzt.”

Bei der Pflanzung wird ohne den Einsatz von Maschinen gearbeitet. “Diese verdichten den Boden zu sehr. Unsere Waldarbeiter haben eine spezielle Hacke für die Pflanzung. Damit kratzen sie den Waldboden frei von Laub, Nadeln oder Moos, dem Rohhumus. Dann wird mittels der Hacke ein Pflanzspalt in den Boden gehackt und die Pflanze in diesen Spalt gesteckt – natürlich sollte dabei das Grüne nach oben schauen”, schmunzelt der Förster. “Dann die Pflanze fest antreten und das war es. In einem Abstand von einem Meter werde dann der nächste Baum gepflanzt. So kann ein Waldarbeiter am Tag je nach Art und Größe des kleinen Pflänzlings bis zu 5000 Bäume pflanzen.”

Zum Schutz vor Wildverbiss werden die Flächen vorab eingegattert. Durch diese Zäune soll das Wild daran gehindert werden, auf die frisch bepflanzte Fläche zu gelangen und sich an den kleinen Bäumen sattzufressen. In den ersten Lebensjahren mähen die Arbeiter noch die kleinen Pflanzen frei, damit sie genügend Licht, Luft und Platz haben, um sich gut zu entwickeln und nicht von anderen Pflanzen wie Brombeeren oder Gräsern erstickt zu werden.

“Nach fünf Jahren ist das Gröbste für die Bäume überstanden. Dann bauen wir auch den Zaun ab und gehen nur selektiv in den Bestand um auszuforsten.” Je nach Baumart werden die Bäume im Wirtschaftswald entsprechend ihrer Verwendung 80 bis 120 Jahre alt. besonders schöne und prächtige Bäume lassen wir auch gern als Samenspender für die Naturverjüngung bis an ihr Lebensende stehen. Vielfach stehen diese Bäume auch unter Naturschutz.

“Im Wald ist es so, dass wir heute das ernten, was unsere Großeltern angebaut haben. Und unsere Enkel werden frühestens das Ernten, was wir heute anbauen. Aufgrund dieser großen Zeitspanne ist es umso wichtiger in der Forstwirtschaft nachhaltig zu denken und vorausschauend zu planen.” so Förster Grünrock weiter. “Und was gibt es schöneres mit seinem Enkel durch den Wald zu spazieren und zu ihm zu sagen: Schau nur, diesen Baum habe ich vor 80 Jahren gepflanzt!”