Auf Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn

Auf Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn

Geschrieben von Torsten Berg

Dieser Beitrag wurde am 21.09.2021 aktualisiert.

Veröffentlicht wurde er am 22.09.2021.

Delfine im Limfjord sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Die Meeressäuger haben inzwischen die Vorzüge des gedeckten Tisches hier in Nordjütland kennengelernt. Zeit für uns, auf einer Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn einmal diese intelligenten Lebewesen zu suchen.

Auf Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn

Der Limfjord bei Thyborøn

Der Limfjord ist ein langgestreckter Meeresarm zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Vendsyssel-Thy. Er verbindet die Nordsee bei Agger und Thyborøn mit dem Kattegat an der Ostsee. Der östliche Teil zwischen Aalborg und Hals ist flussartig eng. Der westliche Teil ist wesentlich breiter und hier befinden sich auch einige Inseln wie Mors oder Fur. Dabei war der Limfjord mehr als 700 Jahre von der Nordsee getrennt. Erst im Jahr 1825 wurde während der Februarflut die Landzunge zerstört, welche Agger und Thyborøn bis dahin noch verbunden hatte. Seitdem verbindet der Thyborøn-Kanal die Nordsee und den Limfjord.

Aufgrund dieser geologischen Geschichte ist der Limfjord ein grossartiger Lebensraum. Gerade für den Vogelzug hat das Gebiet eine überregionale Bedeutung. Das reichhaltige Nahrungsangebot und geeignete Rast- und Ruheplätze gefallen aber auch vermehrt dem Großen Tümmler, den wir hier auf einer Delfinsafari beobachten können. Neben Delfinen kann man hier auf einer Safari auch mehrere Kegelrobben- und Seehundliegeplätze besuchen. Auch das reiche Vogelleben, gerade während des Vogelzuges lässt sich hier ebenfalls gut beobachten. Sollte man also keine Delfine antreffen, ist das auch nicht weiter schlimm. Es gibt ausreichend zu erleben.

Auf Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn

Auf Delfinsafari im Limfjord

Das Wetter könnte nicht besser sein an diesem Septembernachmittag hier in Thyborøn. JyllandsAkvariet als Veranstalter der Delfinsafari bietet erfahrungsgemäss die Delfinsafaris am Nachmittag und Abends an. Dann ist die Wahrscheinlichkeit grösser die Delfine auch anzutreffen. Wir sitzen im Boot warten darauf, dass es losgeht. Unser Skipper Harry, ein Niederländer, der hier in Dänemark lebt, erzählt uns die spannende Geschichte der hiesigen Delfine.

Bei dieser dänischen Delfingruppe handelt es sich um sieben Tiere. Ursprünglich kamen die ältesten Tiere von der schottischen Küste. Dort hatte der Clan von Mischief 20 – 30 Jahre sein Revier. Aufgrund einer markanten Verletzung an seiner Rückenflosse konnte das Delfinmännchen leicht und eindeutig erkannt werden. Regelmässig wurden die Tiere dort vor der schottischen Nordseeküste gesichtet. Bis zum Jahre 2020. Seit diesem Jahr gibt es keine Sichtung der Gruppe. Warum die Tiere Schottland verlassen haben, können sie uns leider nicht erzählen. Vielleicht war es der zunehmende Lärm, das Bohren nach Erdgas oder ein verlorener Revierkampf.

Jedenfalls fanden die Tiere den Weg an die dänische Nordseeküste und den Limfjord. Und es schien den Delfinen hier zu gefallen. Heringsschwärme und andere Fische sind eine gute Nahrung für hungrige Delfine. Mehrere Delfine der Gruppe – der Biologe sagt dazu Schule – hat man bereits anhand ihrer Flossen identifiziert. Neben Mischief sind das u.a. Chewbacca und Tall Fin. Im Mai 2021 erblickte das erste Kalb der Schule hier in Dänemark das Licht der Welt. Ihr Name ist Leia. Starwars lässt grüssen.

Hoffentlich treffen wir auch auf Delfine! Aber wir haben Glück. Nachdem wir den Hafen von Thyborøn verlassen haben, nehmen wir schon Speed auf und rasen in den Thyborøn-Kanal. Schon von weitem sehen wir ein weiteres Boot und – kaum zu glauben – Delfine springen aus dem Wasser. Wie auf Bestellung! Haben wir ein Glück! Immer wieder tauchen die Delfine ab und kommen an anderer Stelle an die Wasseroberfläche. Sie spielen mit einer Qualle und mit unserem Boot. Schade, ich habe nur das 600er Teleobjektiv an der Kamera. Dass die Delfine so nah am Boot sind, wer konnte das ahnen?

Auf Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn

Wir drehen mit dem Boot einige Kreise und können die Tiere aufmerksam betrachten. Und viele Fotos machen. Hoffentlich sind die beiden dänischen Frauen, die mit uns im Boot sind, nicht angenervt vom dauernden Klicken meiner Kamera. Die Delfine machen sich südwärts auf dem Weg an der Küste entlang. Eine Zeitlang können wir die Schule noch begleiten. Immer wieder überholen uns die Tiere und umkreisen das Boot. Sehr schöne Eindrücke sehen wir von diesen wunderbaren und intelligenten Tieren! Irgendwann haben die Tiere wohl genug gespielt und tauchen ab. Weg sind sie – spurlos. Schade!

Die Delfinsafari dauert 1,5 Stunden. Wir hatten Glück und konnten während der gesamten Zeit die Delfine um uns herum beobachten. Der Veranstalter gewährt aber keine Garantie darauf, dass man die Delfine auch beobachten kann. Denn es sind wilde Tiere und diese haben ihren eigenen Tagesplan.

Auf Delfinsafari im Limfjord bei Thyborøn

Entsetzen über das Delfinmassaker auf den Faröern

Kaum zu glauben, dass auf den Faröern, die ebenfalls zu Dänemark gehören, nur ein paar Wochen später, mehr als 1.400 Delfine bei einer einzigen Jagd dahingemetzelt werden. Das ist für mich auch nicht mit Tradition zu erklären. Der Walfang auf den Faröern geht bis in die Wikingerzeit zurück. Jedoch mit den jetzt mehr als 1.400 (!) bei einer einzigen Jagd (!) gemeuchelten Tieren ist eine neue Dimension erreicht.

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Und da hört die Tradition auf! Richtig, dass es in dieser Hinsicht zu einem Aufschrei kommt. Die Regierung der Faröer-Inseln will jetzt diese Jagdpraxis auf den Prüfstand stellen. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesen Worten. Es kann auch anders gehen! Das sieht man hier im Thyborøn-Kanal recht deutlich.

 

Kommentieren, Anregen und Diskutieren

  1. Vera 29. September 2021 at 11:48 - Reply

    Na das passt ja perfekt…habe gerade letzte Woche das Limfjord online entdeckt weil es da so nette Ferienhäuser gibt…und jetzt sofort einen schönen Blogpost dazu das man sogar Delfinen beobachten kann! Vielen Dank für den Tipp!

  2. Jens 28. September 2021 at 23:03 - Reply

    Hallo Torsten,
    ich finde auch, dass Du ausgezeichnete Fotos gemacht hast. Ich habe nun auch schon zweimal eine Delfin- bzw. Orka-Tour in Portugal und Spanien unternommen und es war extrem schwierig, bei dem leichten Seegang erträgliche Fotos zu machen. Und ich bin auch selbst ein großer Fan der Tierbeobachtung in der freien Natur, auch wenn das nicht so leicht ist, wie in den Zoo zu gehen. Aber Tiere in Freiheit zu sehen, fühlt sich soviel besser an, wenn man sie nicht zu sehr nervt.
    Die Landschaft sieht auch sehr spannend aus. Lohnt sich eine Reise auch dafür? Ward Ihr noch wandern oder eine Stadt besichtigen? Hast Du noch Empfehlungen für diese spannende Ecke Dänemarks?
    Herzliche Grüße,
    Jens

    • Torsten Berg 29. September 2021 at 8:35 - Reply

      Hallo Jens,

      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Nordjütland ist auf jeden Fall mehr als eine Empfehlung wert. Einfach für ein oder zwei Wochen ein Ferienhäuschen buchen und entschleunigt und ganz hyggelig einfach nur das Leben geniessen. Ich persönlich würde unterhalb der Jammerbucht ein Quartier suchen. Da ist man quasi mittendrin. Zum Limfjord, dem Nationalpark Thy, der Jammerbucht oder ganz oben nach Skagen. Natur pur, für Kinder wahrscheinlich ein Traum. Du kannst Dir hier gern ein paar Inspirationen holen:

      https://www.tberg.de/unterwegs-in-juetland-in-daenemark-naturerlebnisse/

      Aalborg als grössere Stadt ist ebenfalls gut zu erreichen. Lille Vildmoose ist auch für Kinder interessant und an der Küste ist aktuell der Vogelzug schön zu beobachten. Im Hinterland und auch an der Küste kannst du gut wandern. Einige Wanderungen haben wir dort unternommen und waren immer überrascht von der Vielfältigkeit der Landschaft dort.

      Unsere aktuellen Touren dort findest Du bei Komoot, einige davon werde ich sicherlich auch hier noch veröffentlichen.

      https://www.komoot.de/user/278453792705

      Ich hoffe, ich konnte Dir etwas Lust auf Nordjütland machen.

      Beste Grüse

      Torsten

      • Jens 29. September 2021 at 11:57 - Reply

        Danke Dir, Torsten, das sind wirklich sehr schöne Tipps und Vorschläge und ich werde Nordjütland ganz bestimmt im Hinterkopf behalten. Am liebsten würde ich direkt losfahren. Herzliche Grüße, Jens

  3. Torsten Berg 28. September 2021 at 14:41 - Reply

    Hallo Anuschka,

    es freut mich, dass Dir die Fotos gefallen. Ja, das sind wirklich unglaubliche Tiere und für mich war diese Möglichkeit einer der Höhepunkte in diesem Jahr.

    Beste Grüsse

    Torsten

  4. Anuschka 28. September 2021 at 11:44 - Reply

    Hey Torsten,

    wow, was für unglaublich schöne Bilder von so tollen Tieren! Ich hoffe auch, dass sie bald überall in Frieden durch die Wellen pflügen können und das Töten endlich ein Ende hat. Danke für den schönen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Anuschka

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