Auerhuhngehege Lonau
Im Auerhuhngehege Lonau konnte man noch bis vor kurzem das im Harz ausgestorbene Auerhuhn anschauen. Leider ist das nun nicht mehr möglich. Im November 2023 hatten wir Gelegenheit und schauten uns das Gehege in Lonau an. In diesem Beitrag wollen wir darauf zurückschauen.

Auerhühner im Harz
Als sich nach der letzten Eiszeit Nadelwälder in Europa ausbreiteten, besiedelte auch das Auerhuhn neben anderen Tieren den Kontinent. Mit der sich weiter verändernden Landschaft wurden aber die geeigneten Lebensräume der Raufußhühner immer knapper. Die Tiere zogen sich in die Mittelgebirgs- und Gebirgsregionen des Kontinents zurück. In der jüngeren Zeit führte die menschliche Nutzung oft zum Verschwinden dieser eindrucksvollen Vögel. Schade, denn das Auerhuhn ist der größte europäische Hühnervogel.

Auerhühner gab es noch bis in die 1930er Jahre wild und freilebend im Harz. Der Harz war das letzte Rückzugsgebiet für diese Art in Norddeutschland. Als Ursachen für das Aussterben der Art sind Lebensraumverlust und zu lange und falsche Bejagung zu nennen. Erste Versuche ab 1930, die Auerhühner wieder auszuwildern, scheiterten. Von 1978 bis 2003 erfolgte eine weiterer Versuch, diese imposanten Raufußhühner wieder im Harz heimisch werden zu lassen. Anfänglich gelang es auch, eine Gründerpopulation zu etablieren. Diese pflanzte sich fort und breitete sich dann auch im Hochharz aus. Unterstützt durch flankierende Maßnahmen wie der Bejagung von Prädatoren, vorrangig Füchse und später auch Waschbären und die Zufütterung schien es, als ob das Projekt mittelfristig erfolgreich ist. 1995 / 1996 konnten noch 60 bis 80 Vögel nachgewiesen werden. Dann schrumpfte jedoch 1999 der Freilandbestand rapide auf 15 bis 19 Tiere.
Schließlich wurde das Harzer Auswilderungsprojekt 2003 offiziell beendet. 2008 war der freilebende Restbestand erloschen und somit das freilebende Auerhuhn im Harz ausgestorben.

Aktuelle Untersuchungen raten dringend von weiteren Auswilderungsprojekten im Harz ab. Eine langfristig überlebensfähige Population mit einer ausreichend hohen Anzahl von Tieren ist im Harz mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu etablieren. Die für rund 100 Vögel heute noch ausreichende Lebensraumqualität wird durch die aktuelle Waldentwicklung hin zur Buche die geeigneten Lebensräume noch weiter reduzieren. Zudem ist von weiterhin größeren Störungen der Tiere auszugehen, da selbst im Nationalpark Harz die Waldfläche großzügig durch Wege und Freizeiteinrichtungen erschlossen ist.

Auerhuhngehege Lonau
In Lonau wurden seit 1978 durch die Niedersächsische Landesforstverwaltung Auerhühner für das Auswilderungsprojekt gezüchtet und in den Hochlagen des Harzes ausgewildert. Später übernahm der Nationalpark Harz die Leitung des Projektes. Etwas mehr als 1.000 Tiere wurde auf diese Art und Weise aufgezogen.
Mit Unterstützung der Hasseröder Brauerei im Jahr 2000 eine neue Aufzuchtanlage mit zugehörigem Schaugehege in Betrieb genommen. Das Auerhuhn-Schaugehege des Nationalparks Harz befindet sich im Herzberger Ortsteil Lonau. Der Ort identifiziert sich stark mit dem Auerhuhn, sogar in das Ortswappen wurde das Tier aufgenommen. Das Gehege ist durch einen kurzen, rund fünfzehn-minütigen Spaziergang von der Rangerstation in Lonau zu erreichen.
Hier am Auerhuhngehege Lonau konnte man nicht nur Auerhühner, sondern auch Birkhühner und Haselhühner aus nächster Nähe erleben. Lange Zeit war das Gehege eine Attraktion für Familien und beliebtes Ausflugsziel rund um Lonau. Bei unserem Besuch konnten wir noch drei Hennen und einen Hahn bewundern.
Im Oktober 2025 wurde das Auerhuhngehege geschlossen. Die Anlage ist inzwischen sanierungsbedürftig. Insbesondere die Gehege der Vögel seien zunehmend zu feucht geworden. Daher war es nicht mehr möglich, die Tiere über den kommenden Winter im Gehege zu belassen.

Nach der technisch bedingten Schließung der Anlage wurden die seltenen Waldvögel in andere Einrichtungen überführt. Ist dies das Ende des Auerhuhngehege Lonau? Wer nun noch Auerhühner im Harz sehen möchte, kann das zum Bespiel nur noch im Tierpark am Hexentanzplatz Thale erleben.
Nun soll zunächst die bauliche Situation der Anlage geprüft werden. Der Aufwand von Sanierungsarbeiten lässt sich bis jetzt nicht abschätzen.
Die Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel HWN 9927 am Auerhuhn-Schaugehege Lonau soll bisher weiterhin zugänglich sein. Der Stempel wir unter anderem auch für das Begleitheft Nationalpark Harz benötigt.
Datenquelle:
Siano, Pertl – Versuch der Wiederansiedlung des Auerhuhns (Tetrao urogallus) im Harz in Beiträge zur Jagd- und Wildforschung, Bd. 43 (2018) 245–261
Harz-Kurier 08.10.25 – Kein Auerhahn kräht mehr im Nationalpark Harz
Überblick

Im Auerhuhngehege Lonau konnte man noch bis vor kurzem das im Harz ausgestorbene Auerhuhn anschauen. Leider ist das nun nicht mehr möglich. Im November 2023 hatten wir Gelegenheit und schauten uns das Gehege in Lonau an.
Geschrieben von Torsten Berg
Dieser Beitrag wurde zuletzt am 09.04.2026 aktualisiert.
Erstellt wurde er am 09.04.2026 .
























