Nicht nur der April 2021 macht, was er will. Nein, auch ich mache es. Deshalb gibt es den April-Rückblick auch erst Anfang Mai. Aber für diese Verspätung gibt es auch gute Gründe. Bevor nun aber auch der Mai vorübergeht, hier nun doch noch schnell meine Gedanken im April 2021.

April, April - der macht, was er will - das war der April 2021 - mal richtiges Aprilwetter! Blüten der Johannisbeere im Schnee

April, April – das Wetter macht, was es will

Die letzten Jahre war der April vom Wetter her schon ein richtiger Sommer. Nicht so dieser April. Der machte wirklich was er will. Und das fand ich richtig gut und toll – solange man nicht im Regen oder im Schnee sass.  Aber gegen „schlechtes“ Wetter gibt es zum Glück die passende Kleidung. („Schlechtes“ habe ich in Anführungszeichen gesetzte, weil es ja eigentlich kein schlechtes Wetter gibt). Das Wetter war wirklich abwechslungsreich und ich stand auch mehrmals im Regen und sogar auch im Schnee oder kämpfte mich durch Sturmböen. Auch Sonnenbrand hatte ich schon in diesem richtigen April des Jahres 2021. Aber so kam ich zum Beispiel auch zu Fotos von bunten Blüten im Schnee. Das ist immerhin ein Phänomen, welches wohl in Zukunft nicht mehr so oft vorkommen wird.

Weil ich gerade beim Wetter bin, komme ich auch gleich auf das Klima. Das Bundesverfassungsgericht hat das Klimaschutzgesetz gekippt. Das Klimaschutzgesetz sei in Teilen verfassungswidrig. Die Bundespolitik muss beim Klimaschutz nun nachbessern, um die Freiheitsrechte künftiger Generationen zu schützen. Nähere Informationen dazu hast du bestimmt schon gelesen – zum Beispiel hier bei buten & binnen. Jetzt gehe es vor allem darum, die Reduktionsziele für Treibhausgasemmissionen für die Zeit nach 2030 näher zu regeln.

Das BVG sieht also nun die Freiheitsrechte der zukünftigen Generationen gefährdet. Recht hat es, denn das , was heute zum Klimaschutz getan wird, ist nur ein Tropfen auf einen heissen Stein. Das 1,5-Grad-Ziel erreichen wir nur dank der Corona-Pandemie und der zu späte Kohleausstieg bis 2038 bestätigen nur, dass unsere Politik eben nur eine Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners ist. Meiner Meinung nach ist es für solche kleinen Schritte und für Symbolpolitik bereits jetzt viel zu spät. Nicht nur für den Klimaschutz. Es wird nur mit Verzicht und Einschnitten funktionieren. Mal eben für ein Wochenende nach Mallorca – das wird nicht mehr gehen. Und im Gegensatz zu einer Reisefreiheit ist die Benutzung eines Flugzeuges auch kein Grundrecht.

Zum Thema Reisen, Klimakrise und Corona und vor allem auch, wie das zusammenpasst,  hat sich übrigens Simone vom kultreiseblog in einem eigenen Beitrag Gedanken gemacht.

April, April - der macht, was er will - das war der April 2021 - ich möchte keine vergewaltigte Natur - auch nicht von den Grünen

Plötzlich haben wir eine grüne Kanzlerin?

Es war nicht wirklich ein Paukenschlag, als die Grünen ihre Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin bekannt gaben. Meiner Meinung nach wird es wirklich Zeit für einen Wechsel in der Politik. Persönlich finde ich, dass Angela Merkel trotz ihrer vielen Amtsjahre einiges richtig in ihrem Amt als Bundeskanzlerin gemacht hat. Und wenn ich ehrlich bin, sehe ich auch niemanden in der CDU / CSU, der ihr das Wasser reichen kann. Von SPD, FDP, der Linken und den anderen ganz zu schweigen. Diese Parteien versinken immer weiter in der Bedeutungslosigkeit. Nur die Grünen, die scheinen aktuell alles richtig zu machen.

Im Wahlkampf brechen die Grünen mit alten Idealen – und versprechen stattdessen: politische Führung. Nichts mehr mit Beteiligung der Basis (wie bei der Wahl der SPD-Vorsitzenden). Mehr direkte Demokratie durch Volksentscheide findet man auch nicht mehr im grünen Wahlprogramm. Stattdessen Bürgerräte, die die Politiker beraten sollen. Doch damit scheinen die Grünen einen Nerv getroffen zu haben. In schwierigen Zeiten sehnt sich eben so mancher nach Führung. Wenn ich dann gar nicht so weit rückblickend auf die aktuelle Corona-Politik schaue, weiss ich auch warum.

Ob ich mit einer grünen Kanzlerin Baerbock zufrieden wäre? Die Grünen haben immer mehr den Weg in die bürgerliche Mitte gefunden. Viel ist nicht mehr zu finden aus der Zeit der 1990er Jahre, als ich in Sachsen-Anhalt meine grüne Karriere begann. Mit zunehmenden Regierungsbeteiligungen wurden die Grünen auch mit der realen Politik konfrontiert. So rückte auch diese Partei immer mehr in die bürgerliche Mitte. Und aktuell sehe ich die Gefahr, dass die Grünen innerhalb ihres Vertrauens in grüne Technologien (vor allem der erneuerbaren Energien) mit Vollfahrt in eine hochtechnologisierte Gesellschaft rasen. Eine zwar grüne Gesellschaft, aber ohne lebendige Natur. Eine Gesellschaft, in der ich nicht leben möchte.

Was ich positiv sehe, ist, dass Baerbock mit ihren vierzig Jahren noch jung ist und dementsprechend frischen Wind in die deutsche Politik bringen könnte. Vielleicht könnte ich mich unter diesen Umständen selbst für eine Re-Start in der Politik entscheiden. Wenn mich dann jemand fragen würde. Führungs- und Managementerfahrung habe ich in den letzten dreißig Jahren reichlich sammeln können. Und auch das Leben und die Erfahrungen aus der DDR sind ein reichhaltiger Schatz für mich in meinem Leben.

Mein 50. Geburtstag im April 2021

Weil wir gerade bei Lebenserfahrungen sind. Ein besonderes Jubiläum für mich stand auch in meinem Geburtstagsmonat an. Ich darf nun mehr als 50 Jahre auf unserer (noch) schönen Erde wandeln und ihre Wunder jeden Tag bestaunen. Darüber freue ich mich wahnsinnig. Mit jedem Lebensjahr sind auch die kleinen Wunder immer wichtiger geworden. Während meiner Kindheit war es oft der reine Entdeckerdrang, der mich antrieb. Nun freue ich mich schon über jede einzelne bunte Blüte und über jeden Vogel, der sich zeigt. Nein, das ist nicht das sensible und senile Alter – es sind einfach diese wunderschönen Glücksmomente, die ich dann in diesem Moment habe. Ich freue mich einfach, weil diese Blume oder dieser Vogel gerade in diesem Moment hier ist. Mehr als das Hier und Jetzt zu geniessen, kann man doch gar  nicht machen, oder?

Coronabedingt bin ich mit meiner persönlichen Spurensuche nicht wirklich weiter gekommen. Quasi seit Dezember darf man offiziell nicht innerhalb Deutschlands reisen, geschweige denn ein Beherbergungsangebot antreten. Wenigstens zu meinem Geburtstag sind wir dann aber doch zu meinen Eltern gefahren. Nach 1,5 Jahren konnte ich meinen Vater und seine Lebensgefährtin endlich wieder einmal persönlich sehen. Und wenn es auch nur für ein paar kurze Kaffeestunden war.

April, April - der macht, was er will - das war der April 2021 - wer ist nicht vom Gelb der Sumpfdotterblume entzückt?

Immer noch Corona

Und immer noch beschäftigt uns Corona. Teilweise so schlimm und übertrieben, dass sogar wieder Regionen für fremde Besucher gesperrt waren – wie die Wurster Nordseeküste oder Cuxhaven. Sogar Zweitwohnungsbesitzer wurden eine Zeitlang aus Mecklenburg ausgewiesen bzw. mussten das Land dort verlassen. Allesamt verzweifelte Versuche irgendetwas zu machen, um nur nicht nichts zu machen. Je länger die Coronapandemie andauert, desto hilfloser und chaotischer reagieren unsere Politiker. Thomas hat das ganze Geschehen in einem eigenem Beitrag in Worte gefasst.

Wie schön, dass ich in diesem ganzen Durcheinander meine erste Impfung erhalten habe. Mit dieser Sicherheit kann man das ganze Durcheinander und die Unfähigkeit der aktuellen Politik leichter ertragen. Aktuell wird über einheitliche Lockerungen der Coronaregeln für vollständig Geimpfte sowie Genesene diskutiert. Nachdem fast alle Bundesländer (ausser Hamburg) solche Lockerungen bereits umgesetzt oder zumindest geplant haben. Mit diesen Lockerungen darf man dann wieder reisen, shoppen, auswärts essen und trinken gehen und mal wieder in den Zoo oder ins Museum. Man hat eben wieder eine Teil seiner Grundrechte erhalten.

Das ist ja persè nichts schlechtes. Doch mit Solidarität hat das nichts zu tun. Was ist mit denen, die noch kein Angebot zur Impfung erhalten haben (egal, ob die das dann auch nutzen wollen oder nicht)? Was ist mit den Jugendlichen, die die Helden waren und den ganzen Tag auf dem Sofa gekämpft haben? Die schauen jetzt in die Röhre und haben die Arschkarte, während die Senioren wieder ihr Leben da draussen geniessen. Und irgendwelche Lehren aus Corona hat man auch nicht gezogen. Kaum einer redet mehr von einer besseren Ausstattung der Krankenhäuser, mehr Personal im Pflegebereich oder gar vom Umwelt- und Naturschutz. Es wird wahrlich Zeit für eine andere Politik!

Aber auch international werden weiter Weichen gestellt. Offiziell darf jetzt auch der Eurovision Song Contest in Rotterdam mit Publikum stattfinden. Zwar ist das Konzept hinsichtlich der Anzahl an Personen begrenzt und es sollen auch vielfältige Schutzmassnahmen getroffen sein. Wenn ich dann aber wieder an die menschliche Eigenverantwortung und Vernunft denke und auch weiss, dass Natur keine Grenzen kennt, beschleicht mich schon wieder ein komisches Gefühl in der Magengegend. Steht uns hier ein weiteres Ischgl bevor?

Meine Webseite

Auch ohne eine bisherige 14tägige Quarantäne habe ich einiges an meiner Webseite erledigen können. Vorab die grösste Änderung: der Umzug auf einen neuen Webhoster. Beziehungsweise auf ein neues Webhostingpaket. Der alte Server, den wir vorher hatten, war einerseits von der Hard- und Software nicht mehr up-to-date. Andererseits war er in den letzten Jahren immer etwas überdimensioniert. Nun haben wir zwar keinen eigenen Server mehr. Dafür einen schicken neuen Platz, auf dem wir unsere Projekte hosten können. Etwas Geld sparen wir auch, welches wir dann natürlich direkt in unsere Projekte investieren können.

Facts:

Beiträge 684

MOZ DA 23 SA 33

AHREF DA 22

Mit diesen Zahlen und auch den Zugriffs- und den Besucherzahlen bin ich auch im April 2021 mehr als zufrieden. Mit grosser Zuversicht blicke ich auf den Wonnemonat Mai und wünsche allen Leserinnen und Lesern sonnige Tage, relaxte Feiertage und vor allem Gesundheit.