Am Nordpol

Noch ist es ruhig in der Werkstatt hoch oben am Nordpol. Die fleißigen Elfen als Helfer des Weihnachtsmannes arbeiten routiniert die Wunschzettel der Kinder ab. Noch kommen diese nur zögerlich über die Antennenleitung in das Büro des Elfenvorarbeiters. Aber jeden Tag kann es soweit sein. Dann merken die Kinder und auch die Erwachsenen auf der Welt, dass Weihnachten vor der Tür steht. Dann werden sich die Wünsche häufen und die Elfen werden alle Hände voll zu tun haben.

Der Weihnachtsmann genießt noch die letzten ruhigen Tage. Morgens beginnt er seinen täglichen Rundgang durch die Werkstatt und schaut in das Büro des Elfenvorarbeiters hinein. Alles läuft bis jetzt normal. Es gibt keine Lieferrückstände und die Spielzeugwarenfabriken arbeiten alle im Takt. Selbst mit den neumodischen technischen Geräten haben die Elfen keine Schwierigkeiten.

Nach der Mittagspause stattet er seinen Logistikelfen einen Besuch ab. Diese überholen gerade den Weihnachtsschlitten. Es ist natürlich sehr wichtig, dass der Schlitten pünktlich zu Weihnachten auch funktioniert. Aber auch hier hat der Weihnachtsmann nichts zu beanstanden. Zufrieden geht er hinaus an den Waldrand, wo die magischen Rentiere stehen. Auch sie haben noch einige Tage der Ruhe vor sich.

Versonnen krault der Weihnachtsmann seinem Leitrentier den Kopf. Hoffentlich geht das diesjährige Weihnachtsfest ohne große Komplikationen über die Bühne. Der Weihnachtsmann merkt, dass er alt wird. Die letzten Jahre wurden immer mühseliger, aufregender und schnelllebiger. Auch die Wünsche der Kinder sind immer mehr und immer grösser geworden.

Seufzend erinnert er sich an seinen Schlittenunfall vom vorletzten Jahr. Und an das verschwundene Rentier im letzten Jahr. Beide Vorfälle ereigneten sich über Waldesruh. Glücklicherweise, denn in diesem beschaulichen Örtchen mit seinen freundlichen Menschen und der ursprünglichen Natur wurde ihm schnell geholfen. Der Weihnachtsmann wusste nicht, was geschehen wäre, wenn er hier keine Hilfe bekommen hätte. Seufzend, aber mit einem befriedigenden Gefühl, füllt er die Raufe der Rentiere mit frischem duftendem Sommerheu auf. Den Kopf voller Gedanken geht er hinüber in sein Weihnachtsmannbüro.

Edgar Ente ist ein Kind aus Waldesruh. Er interessiert sich sehr für die Natur und die Entwicklung seiner Heimat. Als Reporter hat er großen Anteil daran, dass der Ort Waldesruh quasi von der Öffentlichkeit „wieder entdeckt“ wurde und berichtet vornehmlich vom Leben aus diesem Ort.

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