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Deutschland ist ein sehr dichtbesiedeltes Land. Abenteuer zu erleben ist hier nahezu unmöglich. Die Natur in Waldesruh zu erleben gehört auf alle Fälle zu diesen Abenteuern dazu. Ein weiteres der letzten großen Abenteuer ist dann noch das Bahn fahren.

So geschah es gestern, dass am Bahnhof in Waldesruh einfahrende Züge länger nicht weiterfahren konnten, da es an der Hauptstrecke zu einem Stellwerkproblem kam.

Für die anreisenden Urlaubern war dies natürlich kein Problem und auch diejenigen, welche abreisen mussten, freuten sich, dass sie noch einige Stunden hier verweilen konnten. Für die Durchreisenden war dies aber natürlich eine Herausforderung. Nicht nur im Bahnhof oder beim Zugpersonal gab es keinerlei Informationen, wie lange diese Störung noch dauern würde. Auch aus der übergeordneten Leitstelle konnte man nichts genaueres erfahren. So staute sich schliesslich in Waldesruh der Bahnverkehr und immer mehr Menschen strandeten am Bahnhof.

Da die Waldesruher immer gern helfen wenn Not am Mann ist, wurde in dieser Situation nicht lang gefackelt. Schnell wurden einige Leute zusammengetrommelt und der Bärenwirt organisierte etwas zu Essen und zu Trinken. Gemeinsam eilten alle zum Bahnhof und versorgten die hier wartenden und teilweise schon unruhigen Menschen. Dem Ein oder Anderen konnte eine günstige Übernachtungsmöglichkeit angeboten werden.

Diese Hilfsbereitschaft der Einheimischen hat auch schon Kaiser Wilhelm fasziniert. Und auch heute zeigte sich wieder, dass demjenigen, der hilft, auch geholfen wird. Die Gaststätte vom Bärenwirt war genauso so gut gefüllt wie alle anderen Unterkünfte im Ort und manch einer, der hier unfreiwillig gestrandet war, buchte gleich seinen nächsten Urlaub bei Fräulein Krause. Diese war sichtlich überfordert von der Masse an Anfragen – aber wie immer meisterte sie die Situation mit einem Lächeln auf den Lippen und dem ihr eigenen Charme.