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… aber manchmal sollte man sie nicht wegwerfen. Dieses widerspricht zwar der einen oder anderen Regel des Minimalismus.

Jedoch bin ich auch davon überzeugt, dass sich nur jemand weiter positiv entwickeln kann, wenn er seine Wurzeln kennt und weiss, woher er kommt. Dieses gilt für seine Erziehung genauso wie für sein Verständniss und dem Verhalten der Natur und der Gesellschaft gegenüber.

Wie bei vielen heute Erwachsenen war auch einmal bei mir der Zeitpunkt gekommen, als mich meine alten Spielsachen von damals nicht mehr interessierten, andere Dinge waren für den Moment wichtiger. So wanderten die Dinge aus Kindertagen erst einmal in Kartons und dann auf den Dachboden meiner Eltern.

Und irgendwann kam auch der Zeitpunkt, da verliess ich das elterliche Haus, bezog meine eigene Wohnung, mehrere Umzüge aufgrund Arbeitswechsel schlossen sich an. Und irgendwann kommt auch die Notwendigkeit, den elterlichen Dachboden freizuräumen. Dies war bei mir vor zwei Jahren der Fall. Da kamen sie dann auch wieder zum Vorschein an das Tageslicht – meine alten Spielsachen von damals, meine Bücher, allerlei Krimskrams und andere Dinge.

Jetzt könnte man  natürlich alles emotionslos in einen Container werfen – doch so ein Mensch bin ich nicht. Viele der Dinge wurden mit Liebe von meinen Eltern, Großeltern und anderen für mich ausgesucht, teilweise wurde viel Geld investiert, teilweise war die Beschaffung nicht so einfach wie heute – wir lebten ja damals in der DDR, und da hatte man ja bekanntlich nichts (* Vorsicht Ironie *)! Aber alles kann man eben auch nicht behalten. Also sortierte ich erst einmal aus – ein Haufen für den Müll, einen für den Flohmarkt und ebay, einen dritten zum Verschenken und den letzten zum Behalten.

Letztendlich entschloss ich mich dafür, nur meine Lieblingsspielsachen wie die Plahotiere, meine Modelleisenbahnsachen und einige Bücher, die ich noch in Erinnerung hatte zu behalten. Doch warum?

Alle diese Dinge gehören zu meinen Hobbies: mit Aufkommen von ebay komplettierte ich meine Plahosammlung – bisher war es auch das einzige Spielzeug, welches immer in einem kleinen Köfferchen jeden Umzug mit erlebt hat. Dank ebay und Internet konnte ich dann die letzten und selteneren Tiere bekommen. Schliesslich gab ich den ersten Katalog über die Plahotiere heraus und gestaltete eine Webseite über die Tiere des VEB Plaho, welche übrigens seit Monaten auf Platz 1 in der Googletrefferliste ist!

Weil ich gern bastele und tüftele, reizt es mich, auch meine Modelleisenbahn von damals wieder aufzubauen. Aber der ursprüngliche Grund für den Behalt dieser Sachen war eher der, dass meine erste Anlage ein Weihnachtsgeschenk von meinem Vater und meiner Mutter an mich war. Damals sehr teuer und heute im bespielten Zustand fast nichts wert – aber für mich zum Wegwerfen zu schade. Aus diesem Umstand heraus entstand Waldesruh – Geschichten von und auf meiner Modellbahnanlage.

Meistens ist es zwangsläufig Nostalgie, dass wir etwas behalten und nicht einfach wegwerfen können. Und manchmal entsteht aus diesen einfachen und alten Dingen eine neue Geschichte! Das ist einer der Gründe dafür, warum nicht alle alten Dinge weg geworfen werden sollten.