1 Million Krokusse blühen in Bremen im Stadtteil Oberneuland. Sicherlich werden es schon etwas mehr sein hier an der Franz-Schütte-Allee. Die erste Million ist dorthin aber nicht von allein gekommen. Denn mittlerweile kann man bei den Elfen-Krokussen beherzt von einem Neophyten in unserer Pflanzenwelt sprechen.

1 Million Krokusse blühen in Bremen-Oberneuland an der Franz-Schütte-Allee

1 Million Krokusse blühen in Bremen-Oberneuland

Wenn man in diesen Tagen an der Franz-Schütte-Allee vorbeikommt, muss man unweigerlich das violette Farbenband zwischen den Bäumen sehen. Egal ob zu Fuss, per Rad oder mit dem Auto im Vorbeifahren. Wie eine Welle verläuft der violette Streifen zwischen den Baumreihen. Schätzungsweise 1,5 Kilometer ist das Band lang. Der Grünstreifen trennt die Fahrbahn der Straße vom Rad- und Fussweg der Franz-Schütte-Allee. Die alte Baumallee mit ihren Spitz-Ahornbäumen bietet unter dem Blätterdach diesem Naturschauspiel einen mehr als würdigen Rahmen.

Diese Farbenpracht im Frühling ist einer Initiative sowie dem Umweltbetrieb Bremen zu verdanken. Durch diese wurden die Zwiebeln der Krokusse im Oktober 2012 in den Boden gebracht. Um die 60.000 Euro soll diese Aktion gekostet haben. Finanziert wurde sie unter anderem durch Spenden. Die Gärtner entschieden sich für die robuste Sorte ‘Ruby Giant’. Diese entstand im Jahr 1956 durch Züchtung.

Crocus tommasinianus ‚Ruby Giant‘ ist eine besonders ausdrucksstarke, dunkle Variante des Elfenkrokusses. Im Vergleich zur Wildart besitzt sie etwas größere Blüten in verschiedenen Schattierungen von Purpurviolett: Das Blütenherz schimmert von ganz hellem Purpur bis Weiß, die Enden der sechs Blütenblätter und die Außenseiten leuchten in sehr dunklem Purpur. Die goldorangen Staubbeutel bilden einen schönen Kontrast dazu. ‚Ruby Giant‘ ist unkompliziert, wüchsig und langblühend, vermehrt sich aber anders als die reine Art nur über Brutknollen. Die frühe Blüte macht die Sorte zu einer wichtigen Bienenweide.

Nicht ganz 1 Million Krokusse blühen in Bremen in den Neustadtswallanlagen

Elfen-Krokus ist keine heimische Art

Der Elfen-Krokus als Pflanzenart selbst ist ein Schwertliliengewächs. Seine ursprüngliche Heimat befindet sich in Süd-Ungarn, Kroatien, Bosnien, Serbien und Bulgarien. Dort besiedelt er frische, sommergrüne Laubwälder und schattige Felsbänke in Höhenlagen von 300 bis 1.500 Metern. Die Art ist meist auf Kalkboden zu finden. Bei uns in West- und im nördlichen Mitteleuropa wurde sie vom Menschen als Zierpflanze eingebürgert. Nach ihrer Pflanzung an einem (geeigneten) Standort können sic auch ohne menschlichen Einfluss überleben, sich vermehren und verwildern.

Mehr und mehr verwildern diese Bestände auch in unserer freien Natur. Nicht selten werden mit Gartenabfällen oder bei Erdaushüben Zwiebeln solcher auch Stinsenpflanzen genannten Gewächse im Wald entsorgt. Dort können sie sich an geeigneten Standorten vermehren und bilden verwilderte Bestände aus.

Stinsenpflanzen ist ein Sammelname für eine besondere Gruppe sich verwildernde Frühjahrsblumen. Es sind vor allem Zwiebel-, Knollen- und Wurzelgewächse die ungefähr ab dem 16. Jahrhundert auf Landsitzen, rundum Schlössern und Landhäusern gepflanzt wurden und heute noch werden. Zur Gruppe der Stinsenpflanzen gehören unter anderem: Schneeglöckchen, Blausterne, Schneeglanz, Winterling, Krokus, Märzenbecher, Buschwindröschen, Lerchensporne, Sommer-Knotenblume, Hasenglöckchen, wilde Narzisse, Schachbrettblume, Nickende Vogelmilch, Maiglöckchen und Aronsstab.

Eine Stins ist übrigens ein friesischer Ausdruck, um eine Burg oder ein Landhaus zu bezeichnen. Diese oft aus Stein gebauten Häuser konnten sich damals nur begüterte Menschen leisten. Oftmals verschönerten sie mit solchen Zierpflanzen ihre Gärten und Parkanlagen. Wurde das Steinhaus dann zur Ruine und die Parkanlagen aufgelöst, blieben die Pflanzen oftmals und verwilderten. Vorkommen dieser Pflanzen sind somit auch oftmals Kulturrelikte.

Anziehungspunkt für Fotografen (mit Fototipp)

Zur Blütezeit der Krokusse ist dieser Ort natürlich ein Anziehungspunkt. Nicht nur für Bremer, Bremenbesucher oder einfache Spaziergänger. Auch für viele Fotografen und Instagramer. Ob man diese schönen Pflanzen lieber mit Weitwinkel- oder mit Makrobjektiv abbildet, ist wohl eine persönliche Geschmacksache.

FOTOTIPP: Krokusse blühen auf, wenn die Sonne scheint. Morgens und abends schliessen sich ihre Blüten. Wer also eher die offenen Blüten fotografieren möchte, sollte am späten Vormittag oder am frühen Nachmittag vor Ort sein.

Aber auch die geschlossenen Blüten sehen bei einen schönen Sonnenuntergang oder -aufgang ganz nett aus. Bei geschlossenen Blüten wirkt die Lila-Blütenfarbe noch etwas dunkler als bei geöffneter Blüte.

1 Million Krokusse blühen in Bremen-Oberneuland

Nicht nur an der Franz-Schütte-Allee kannst du in Bremen im Frühjahr blühende Krokusse erleben. Mittlerweils gehören sie in nahezu jeden Park zu den Standradfrühlingsblühern. Auch in vielen privaten Vorgärten zeigen sich die schönen Blüten. In der Bremer Neustadt findest du eine bunte Krokuswiese in den Neustadtswallanlagen. Oder auch im Rhododendronpark und dem Botanischen Garten. Erzähl doch mal, wo du besonders viele Krokusse gesehen hast!

der Frühling kommt, wenn die Krokusse blühen in Bremen

Praktische Infos und Tipps zur Krokusblüte in Bremen

Zeitpunkt: Das ist immer ein wenig vom Wetter abhängig. In der Regel ab Mitte Februar bis Ende März

Ort: Franz-Schütte-Alle von Abfahrt A27 Bremen Vahr bis Rockwinkeler Landstraße

Anreise: (per Bahn und ÖPNV) Der Hauptbahnhof Bremen ist bequem mit den bekannten Zugverbindungen zu erreichen.  Von dort erreicht man mit dem ÖPNV die Franz-Schütte-Allee mit der Regionalbahn RB41 oder der Straßenbahnlinie 4 ab dem Hauptbahnhof bis Horn-Lehe, danach Bus 34.  (mit dem Auto) A27 Abfahrt Bremen Vahr, in der Allee steht der Parkplatz Achterdiecksee zum Parken zur Verfügung.

Krokusblüte in Deutschland erleben

Natürlich kannst du die Krokusblüte zur Blütezeit auch anderswo in Deutschland erleben. Ein paar befreundeter BloggerInnen haben mir ihre Tipps dafür gegeben: